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Aufgabe des Westgebäudes

Status quo und Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Gawlik im Interview

(Bild: Jade HS)
(Bild: Jade HS)
Während des Umzuges (Bild: Jade HS)
(Bild: Jade HS)

 

Mit der vollständigen Räumung des Westgebäudes am Campus Wilhelmshaven in der 5. und 6. Kalenderwoche wurde ein zentraler Meilenstein erreicht. Hintergrund ist der altersbedingte Zustand des Gebäudes, das aufgrund fehlender Dämmung, veralteter Sanitär- und Heizungsanlagen, unzureichenden Brandschutzes sowie hoher laufender Kosten nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war und daher umfassend saniert werden müsste. Ab März wird das Gebäude durch die Landesliegenschaften begutachtet, anschließend könnten Rückbaumaßnahmen folgen. Die formale Abgabe ist für Ende diesen Jahres vorgesehen.

Da der ehemals im Westgebäude beheimatete Fachbereich Management, Information, Technologie (MIT) unmittelbar vom Umzug betroffen war, hat die Jade Welt mit Studiendekan Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Gawlik gesprochen. 
 

Jade Welt (JW): Herr Gawlik, wie ist der Umzug für den Fachbereich MIT verlaufen?

Gawlik: Die Aufgabe des Westgebäudes zählt zu den prägenden Themen meiner aktuellen Amtszeit als Dekan des Fachbereichs MIT. Zu Beginn der Planungen habe ich dabei auch Skepsis und Unglauben im Fachbereich wahrgenommen und den Hinweis bekommen, dass das mitunter seit dem Einzug ins Westgebäude vor 30 Jahren, mindestens aber in den vergangenen 20 Jahren immer wieder ein Thema war, das kommt und geht. Hier hat spätestens seit dem Umzug des Dekanats im Februar 2025, der den tatsächlichen Auszug eingeleitet hat, die Kraft des Faktischen wichtige Überzeugungsarbeit geleistet, dass es jetzt wirklich so weit ist. Überzeugungsarbeit alleine packt aber keine Kartons und organisiert den Bezug der für uns neuen Flächen im Südgebäude und im Hauptgebäude – hier bin ich den Angehörigen des Fachbereichs, dem Team des Dekanats sowie Frau Wiehl und dem Gebäudemanagement und Rechenzentrum für die Planung, Vorbereitung und Koordination des Auszugs sehr dankbar. Besonders auch dafür, dass sie sich mit Gelassenheit und Tatkraft der großen und kleinen Probleme angenommen haben, die so ein Umzug mit sich bringt. Man sagt ja landläufig: „Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt“.

JW: Welche Chancen und Herausforderungen haben sich während sowie nach dem Umzug ergeben?

Gawlik: Die im 2. und 3. Obergeschoss des Südgebäudes neu geschaffenen Büros haben einen deutlich anderen Zuschnitt und erlauben oft nicht die Weiterverwendung der in die Jahre gekommenen Möbel aus dem Westgebäude. Hier haben wir die Gelegenheit genutzt, moderne Büroausstattung anzuschaffen und uns zum Beispiel von Schreibtischen zu trennen, die nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Ergonomie waren. Im Sinne der Nachhaltigkeit haben wir versucht, auch die Übernahme liebgewonnener Gebrauchsmöbel und alternativ eine Nachnutzung über den Fachbereich hinaus zu ermöglichen. Zusammen mit den Kisten aus dem Westgebäude wurden uns aber auch eine Menge neuer und schicker Büromöbel geliefert.

Jetzt geht es darum, die neuen Schuhe im Süd- und Hauptgebäude einzulaufen und natürlich besonders auch darum, das kommende Sommersemester 2026 vorzubereiten. Problematisch dabei ist nicht nur, dass gute neue Schuhe immer erst mal etwas drücken, sondern dass hier, um beim Bild zu bleiben, die neuen Schuhe zwei Nummern kleiner sind als im Westgebäude. Wir haben durch den Auszug aus dem Westgebäude als Fachbereich insbesondere Seminarraumfläche verloren, die uns bei der Lehrplanung schmerzlich fehlt. Dieser Verlust wiegt doppelt, da zusätzliche Lehrveranstaltungen aus zwei neuen Studiengängen einzuplanen sind. Erfreulicherweise haben die anderen beiden Wilhelmshavener Fachbereiche uns schon Unterstützung signalisiert, auch wenn es zweifellos trotzdem schwieriger werden wird, alle Anforderungen des Vorlesungs- und Prüfungsbetriebes mit weniger Räumen unter einen Hut zu kriegen. Dass uns dabei anfangs der Küchentrakt und der Speisesaal der alten Mensa noch nicht zur Verfügung steht, macht es nicht einfacher.

JW: Ab wann wird der Fachbereich MIT die Flächen der ehemaligen Mensa und der früheren Großküche nutzen können, und wie sind die Pläne zur Aufteilung und Nutzung dieser Bereiche?

Gawlik: Der Zeitplan hängt eng an der energetischen Sanierung des Südgebäudes insgesamt. Die aktuelle Planung sieht einen Beginn der Baumaßnahmen im Sommer vor, die sich bis in die Mitte 2027 hinein erstrecken werden. Danach können wir den ehemaligen Küchentrakt der alten Mensa für Labore und Seminare des Fachbereichs nutzen. Den früheren Speisesaal wollen wir in eine möglichst flexibel nutzbare Fläche umwandeln, ohne dabei die Großzügigkeit des hellen und offenen Raumes zu verlieren. Wir haben uns deswegen gegen eine starre Unterteilung durch feste Trennwände entschieden und für ein Konzept mit beweglichen Modulen, die sich je nach Bedarf umstellen lassen. Der Bereich soll Studierenden und Angehörigen des Fachbereichs gleichermaßen offen stehen und Kleingruppen, Seminare und Veranstaltungen beherbergen – nicht unbedingt gleichzeitig, aber wandelbar. Ich denke, das passt auch gut zur Wandelbarkeit des Fachbereichs Management, Information, Technologie der Jade Hochschule, der vor 30 Jahren als Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen in das Westgebäude eingezogen ist und sich seitdem stetig weiterentwickelt hat.

 

„Mit der Abgabe des veralteten Westgebäudes reduzieren wir die Kosten für unsere Liegenschaften und betreiben damit auch aktiven Klimaschutz. Der Campus rückt näher zusammen und es werden modernere und energetisch effizientere Räumlichkeiten für unsere Studierenden sowie Mitarbeitenden geschaffen.“

Dr. Bert Albers, Hauptberuflicher Vizepräsident - Personal, Finanzen, Liegenschaften
 

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