Ein digitaler Lernbegleiter für den Studienalltag
Neues hochschulübergreifendes Verbundprojekt unterstützt Studierende und Lehrende
Wilhelmshaven.Oldenburg.Elsfleth. Im neuen Verbundprojekt „Lehr- und Lernassistenzsystem für Studienerfolg – LernKI“ arbeiten unter der Federführung der Jade Hochschule alle sechs niedersächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften gemeinsam mit der Universität Osnabrück zusammen. Gefördert von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre in der Höhe von rund 4,5 Millionen Euro entwickeln und erproben die beteiligten Hochschulen in den kommenden vier Jahren ein KI-gestütztes Assistenzsystem für den Studienalltag: eine LernKI. Ziel ist es, Studierende und Lehrende zu unterstützen, ohne dabei menschliche Beziehungen zu ersetzen oder neue Abhängigkeiten zu schaffen.
Die LernKI ist ein digitales didaktisches System, das Studierende beim Lernen unterstützt. Er hilft dabei, Inhalte besser zu verstehen, den Lernprozess zu strukturieren und sich auf Prüfungen vorzubereiten. „Besonders zu Beginn des Studiums kann die LernKI helfen, schneller anzukommen und Sicherheit zu gewinnen“, erklärt Projektleiter Tim Grzabka von der Jade Hochschule. „LernKI wird uns in der Lehre ideal unterstützen, den immer unterschiedlicheren Eingangskompetenzen und auch Studierformen unserer Studierenden zu entsprechen“, ergänzt Prof. Dr. Hero Weber, Vizepräsident Studium, Lehre, Weiterbildung der Jade Hochschule.
Auch für Lehrende bringt das Projekt spürbare Vorteile. LernKI übernimmt unterstützende Aufgaben, etwa bei der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen oder bei der Rückmeldung von Übungen, sodass Lehrende mehr Zeit für persönliche Betreuung haben.
Im Zusammenspiel von Studierenden, Lehrenden und LernKI entsteht eine neue Form des Lernens. Neben Mensch und Mensch wirkt ein digitaler Lernbegleiter mit, der beide Seiten unterstützt. Das verändert den Studienalltag nachhaltig und schafft mehr Nähe und Vertrauen im Lernprozess. Ein zentrales Prinzip des Projektes ist auch das Mitdenken von Grenzen. „Die LernKI soll keine eigenen Beziehungen aufbauen und schon gar nicht die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden ersetzen“, betont Grzabka. Lernprozesse bleiben menschlich verantwortet, pädagogische Entscheidungen treffen weiterhin die Lehrenden.
Nach zwei Jahren soll eine erste nutzbare Version der neuen LernKI für verschiedene Fachgebiete einsetzbar zur Verfügung stehen. In den folgenden Jahren wird das System weiter verbessert und ausgeweitet. Ziel ist es, Lernen individuell passender und persönlich erfolgreicher zu gestalten.
„Von der Lernunterstützung über modulare fachliche Angebote bis hin zu individuell konfigurierbaren Assistenzfunktionen kann LernKI unterschiedliche Funktionen übernehmen. Klar bleibt aber, dass er nur unterstützt. Die Verantwortung für Lehre und Lernen bleibt beim Menschen.“
Prof. Dr. Hero Weber
Zum Kooperationsprojekt LernKI
Das Projekt läuft zunächst für die kommenden vier Jahre, eine Verlängerung ist möglich. Besonders einzigartig ist die enge Kooperation der beteiligten Akteure: Mit der Ostfalia Hochschule Braunschweig-Wolfenbüttel, der Hochschule Emden/Leer, der Hochschule Hannover, der Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, der Hochschule Osnabrück und der Jade Hochschule arbeiten alle sechs niedersächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie die Universität Osnabrück gemeinsam daran, die Hochschulen stärker miteinander zu vernetzen und eine gemeinsame Wissensbasis aufzubauen, von der alle profitieren.
Gerade darin sehen die beteiligten Hochschulen eine große Chance: KI nicht als gefälliges System zu entwickeln, das sich unkritisch anpasst oder Filterblasen verstärkt, sondern als didaktisiertes Werkzeug, das individuelle Stärken und Lernprozesse fördert. Die LernKI wird Schritt für Schritt entwickelt und direkt im Hochschulalltag erprobt. Dabei wird darauf geachtet, dass das System gut in bestehende digitale Lernangebote eingebunden ist und sich flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lässt. Fachlich geschulte Ansprechpersonen an den Hochschulen begleiten die Einführung und unterstützen Lehrende und Studierende.
Die Jade Hochschule mit ihren drei Studienorten im Nordwesten Deutschlands sieht sich in der Verantwortung für die Entwicklung der Region, in der sie stark verwurzelt ist. Hier trifft ein breites und modernes Fächerangebot auf innovative Formen der Lehre. Die Forschungstätigkeiten der Jade Hochschule zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug aus, die in Kooperation mit Unternehmen, Verbänden und anderen Institutionen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchgeführt werden.