Jahrestagung zur Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft
Gleichstellungsstelle begrüßt die Mitglieder der lakog niedersachsen
Wie kann die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft gestärkt werden? Welche Chancen trägt die Nutzung von KI für Geschlechtergerechtigkeit in sich und welche Risiken? Impulse zu diesen Fragestellungen setzten die hochschulöffentlichen Vorträge der diesjährigen Jahrestagung der „Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen in Niedersachsen“ (lakog niedersachsen).
Die Gleichstellungsstelle der Jade Hochschule begrüßte die Mitglieder der lakog niedersachsen, bestehend aus Gleichstellungsbeauftragten und -referentinnen von 21 niedersächsischen Hochschulen, am 11. Februar zur diesjährigen Jahrestagung und Vollversammlung am Campus Oldenburg. Passend zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft, der weltweit an diesem Tag begangen wird, widmete die Jahrestagung sich dem Thema „Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft: Künstliche Intelligenz und Geschlecht“.
Sichtbarkeit ist kein Selbstläufer
Eröffnet wurde die Jahrestagung mit einer Begrüßung von Dr. Kathrin van Riesen, Vorstandsmitglied der lakog niedersachsen und von Dörte Schneider, der zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Jade Hochschule. Prof. Dr.-Ing. Holger Saß, Vizepräsident der Jade Hochschule für Forschung, Third Mission und Gleichstellung und Prof. Dr. Cornelius-Krügel, Leiterin der Abteilung „Hochschulen“ des niedersächsischen Ministeriums für Kultur und Wissenschaft (MWK) hielten Grußworte. Saß betonte die Bedeutung der Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft. Künstliche Intelligenz, so Saß, reproduziere die Daten und Strukturen, mit der sie trainiert werden, deshalb werde an der Jade Hochschule Geschlechtergerechtigkeit auch im Kontext der Nutzung von Künstlicher Intelligenz konsequent mitgedacht. Auch Cornelius-Krügel betonte die Relevanz einer stärkeren Präsenz von Wissenschaftlerinnen, nicht zuletzt mit Blick auf ihre Vorbildfunktion für die nächste Generation.
„Prof:inSicht“: Forschung zur Sichtbarkeit von HAW-Professor:innen
In ihrer Keynote zum Thema „Sichtbar werden, sichtbar sein: Befunde und Perspektiven zur Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen“ stellte die Promovendin Ronja Philipp Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Prof:inSicht“ vor, einem transdisziplinären Forschungsprojekt zur „Sichtbarkeit von HAW- Professor:innen“. Die Keynote sensibilisierte für „Hypervisibilität“, eine gesteigerte Aufmerksamkeit in einer Minderheitenposition, durch die „Legitimations- und Repräsentationsdruck“ entstehen könne. Gleichermaßen hob sie unter dem Motto „Fix the System“ die Relevanz der Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen hervor.
Interaktiver Vortrag mit anschließender Diskussion
Der anschließende interaktive Vortrag „Die Rolle von KI für die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft“ von Prof. Dr. Stephanie Thiemichen, Professorin für Data-Engineering an der Hochschule München, vermittelte einen Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand von Künstlicher Intelligenz und gab den Teilnehmenden die Gelegenheit selbst KI-Bilder zu generieren und kritisch zu hinterfragen. In der anschließenden Diskussion wurden die Impulse intensiv erörtert.
Erfreuliche Resonanz auf die Jahrestagung
Dörte Schneider, zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Jade Hochschule und Ideengeberin des diesjährigen Tagungsthemas, setzt sich für den Abbau von Geschlechterstereotypen ein – auch im digitalen Raum. Entsprechend erfreut zeigte sie sich über das große Interesse von Studierenden und Beschäftigten der Jade Hochschule an den Vorträgen der Jahrestagung:
„Die Auflösung von Geschlechterstereotypen – auch im digitalen Raum – sowie der geschlechter- und chancengerechte Einsatz von KI sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Die verantwortungsvolle Nutzung von KI an Hochschulen und eine starke Wissenschaftskommunikation leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Deshalb freut es mich, wie viele Lehrende, Mitarbeitende und Studierende der Jade Hochschule die Vorträge unserer Jahrestagung besucht und sich engagiert eingebracht haben.“
Dörte Schneider, zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Jade Hochschule