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Wie man den Zufall planen kann

InformatikToGo - neues Angebot der Zentralen Studienberatung

Die Zentrale Studienberatung der Jade Hochschule hat das digitale Angebot „InformatikToGo“ ins Leben gerufen. Studieninteressierte und Studierende bekommen hierbei Unterstützung in Themen rund um die Informatik. Die Redaktion der Jade Welt (JW) fragt Koordinatorin Gudrun Stroot nach den Hintergründen…

JW: Liebe Frau Stroot, welches Ziel verfolgt die Zentrale Studienberatung mit dem neuen Angebot?

Stroot: Das Projekt InformatikToGo richtet sich an Studieninteressierte und Studierende am Beginn ihres Studiums, ist aber auch geeignet als eine Art Nachschlagewerk und Motivationsschub für alle eingeschriebenen Student_innen.

JW: Informatik ist ja ein weiter Begriff – worum geht es ganz konkret und wo brauchen unsere Studierenden/Studieninteressierten gegebenenfalls Unterstützung?

Stroot: Genau das ist der Punkt. Eben weil Informatik ein weiter Begriff ist, sammelt InformatikToGo im Grunde Jede_n dort auf, wo er oder sie gerade in und mit der Informatik steht. Wir beobachten zum Beispiel, dass fast alle Studierenden hervorragende Bedienkompetenzen bzgl. der alltäglich genutzten Medien haben. Sie kennen viele Begrifflichkeiten aus der digitalen Welt, die jedoch in ihrer Abgrenzung häufig nicht trennscharf formuliert werden können. An der Hochschule sollen diese Fähigkeiten und das Erlernte jetzt im wissenschaftlichen Kontext Stand halten können. Da ist es ganz natürlich, dass sich manchmal scheinbar unüberwindliche Hürden auftun.

Gudrun Stroot (Foto: Bonnie Bartusch)
Gudrun Stroot (Foto: Bonnie Bartusch)

Noch schwieriger wird es, wenn Studieninteressierte der festen Überzeugung sind, dass ihr Studium nichts mit Informatik zu tun haben wird, und sie sich vielleicht gerade deshalb für dieses Studium entschieden haben. Und prompt sitzen sie gleich im 1. Semester in einer Pflichtvorlesung zu Grundlagen der Informatik und hören, dass es quasi kein Studium mehr ohne Inhalte aus der Informatik gibt. Ihnen werden Wissen und Kompetenzen vermittelt, die zu lernen den Studierenden folglich jegliche Motivation fehlt. Wenn sich dazu eine „noch-nie-gekonnt“ Grundüberzeugung gesellt, ist es nicht mehr weit, Grundsatzentscheidungen wie die Studiumswahl in Frage zu stellen. An der Stelle, spätestens, springen wir mit unserem Angebot ein: mit einem leichten, unverkrampften Einstieg in Themen aus der Informatik, präsentiert auf Augenhöhe.

JW: Wie ist das Angebot aufgebaut?

Stroot: Unsere Zielgruppe ist jung und überdurchschnittlich gebildet. Das war ausschlaggebend dafür, einen Teil der Umsetzung als Podcasts zu gestalten. Das bedeutet konkret, dass sich Studierende der Jade Hochschule, die nur wenige Semester Wissensvorsprung haben, im Dialog darüber austauschen, warum beispielsweise Informatik der Mittelpunkt der Welt sein soll oder wie aus einer Null eine Eins werden kann oder wie man den Zufall planen kann. Hinter diesen Titeln verbergen sich unter anderem Gespräche über die vier Teilgebiete der Informatik. Den Studierenden wird klar, wo sie sich in diesem Riessenthema mit ihrem Studium einordnen können, also auch welche Berufsfelder sie sich erschließen werden. Wir versuchen Begeisterung zu wecken, indem die Sprecher letztlich selbst darüber staunen, wie faszinierend viel so eine kleine Computer-Blechkiste kann, obwohl ihr Hirn nur Nullen und Einsen verarbeitet.

Das alles ist natürlich kein Kneipengespräch oder Kaffeeklatsch. Schlüsselbegriffe werden benannt und in einem Stichwortverzeichnis parallel genau erklärt. Dieses Glossar kann zusammen mit  Übungsaufgaben im Hochschul moodle nachgelesen und bearbeitet werden.
Auch bei den Übungsaufgaben geht es nicht darum, Wissenslücken aufzudecken und Studierende entsprechend weitere Aufgaben bearbeiten zu lassen, sondern darum, sicherzustellen, dass die Zusammenhänge innerhalb der Gespräche verstanden worden sind. Zusammenhänge verstehen, über Lösungsmethoden verfügen, die wichtigen Fragen formulieren zu können, sind wichtig, um auch später im Berufsleben an Gesprächen kompetent teilnehmen zu können.

JW: Informatik-Kompetenz ist ja an vielen Stellen in der Hochschule zu finden. Inwieweit können interessierte Kolleginnen und Kollegen noch Anregungen einbringen?

Stroot: Die Lehrenden sind im Grunde eine Quelle der Ideen. Sie wissen, was die ersten großen Hürden für ihre Studierenden sind. Sie erleben, bei welchen Themen die Konzentration im Hörsaal sofort weg ist, weil der Faden immer wieder reißt. Ich sehe das InformatikToGo-Projekt als Brücke in die Einstiegsvorlesungen zur Informatik. Diese Brücke ist keinesfalls statisch, sondern kann und soll sehr flexibel erweitert werden. Informatik ist nun mal ein sehr dynamisches Thema. Nicht alle Studierenden werden die Brücke benötigen, aber diejenigen, die in der Schule keine Informatik auf dem Stundenplan hatten oder deren Schulzeit einfach zu lange zurück liegt, benötigen einen Einstiegsfundament auf dem weiter aufgebaut werden kann, selbst dann, wenn es sich um technik-affine Studiengänge handelt.
Auch kann ein Hinweis an Studierende, dass es an der Jade Hochschule ein InformatikToGo Angebot gibt, sehr hilfreich sein. Vielleicht hebt es hier und da die Motivation um in den Vorlesungen am Ball zu bleiben. Das wäre ein schöner Erfolg.

Kontakt

Dipl.-Math. Gudrun Stroot
Telefon: +49 4421 985 - 2217
E-Mail: gudrun.stroot@jade-hs.de
Studienort: Wilhelmshaven, Raum: S 227

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