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Energieeinsparungen: „Wir sind überzeugt, dass wir das schaffen“

Vizepräsident Dr. Bert Albers im Gespräch

Mit dem Krieg in der Ukraine und der daraus resultierenden Energiekrise kommt dem Einsparen von Energie eine große Bedeutung zu. Die Jade Hochschule muss daher wie alle niedersächsischen Hochschulen 20 Prozent Energie einsparen. Die Jade Welt (JW) fragt den hauptberuflichen Vizepräsidenten Dr. Bert Albers nach seiner Einschätzung.

JW: Die Hochschulen in Niedersachsen müssen 20 Prozent ihres Energieverbrauchs einsparen. Trifft es die richtigen?

Albers: Der Krieg in der Ukraine und die Folgen treffen uns alle. Wir müssen daher alles tun, um die Energieversorgung der kritischen Infrastruktur, zum Beispiel Krankenhäuser, und der Privathaushalte in Deutschland solange wie möglich sicherzustellen. Die Jade Hochschule ist ein Teil der Gesellschaft und wird dazu beitragen, dieses Ziel auch zu erreichen. Wir sind davon überzeugt, dass wir dieses auch schaffen werden.

Dr. Bert Albers (Foto: privat)
Dr. Bert Albers (Foto: privat)

JW: Studierende haben mit den stark gestiegenen Energiekosten besonders zu kämpfen. Wenn das Heizen zu Hause zu teuer wird - sollten wir unseren Studierenden nicht grade jetzt einen warmen Ort zum Lernen bieten?

Albers: Auch in den jetzigen schwierigen Zeiten müssen wir unseren Bildungsauftrag ernst nehmen. Dazu gehört auch, dass wir unseren Studierenden das Lernen nicht nur ermöglichen müssen, sondern wir müssen sie nach Kräften dabei unterstützen. Wir bieten in den Räumen der Hochschule zahlreiche Möglichkeiten des Selbstlernens an. Sollte es notwendig sein, den Betrieb der Hochschule aufgrund von weiteren Energieeinsparungen erheblich einzuschränken, werden wir geeignete Räume ausweisen, in dem ein Lernen in einer geheizten Umgebung weiter möglich ist.

JW: Netzbetreiber schließen nicht aus, dass sie bei Engpässen im Winter stundenweise einzelne Stadtviertel vom Stromnetz nehmen müssen. Ist die Jade Hochschule auf diesen Fall vorbereitet?

Albers: Die technischen Voraussetzungen an den Studienorten sind unterschiedlich, so haben wir zum Beispiel in Wilhelmshaven ein Blockheizkraftwerk, das auch Strom selber produziert. Einiges an kritischer Infrastruktur wie Serversysteme können wir auch über einen kleinen Zeitraum mit Strom versorgen, wenn keine Netzversorgung mehr möglich ist. Wir sollten uns aber keine Illusionen machen: Wenn es zu flächendeckenden Stromabschaltungen kommt, dann werden wir unseren Betrieb nicht aufrechterhalten können. Aber wir sind optimistisch, dass es nach dem aktuellen Stand der Dinge und bei einem Witterungsverlauf wie in den letzten Wintern nicht zu solch einem Szenario kommen wird.

JW: Viele technische Maßnahmen wurden bereits ergriffen, um Energie einzusparen. Welche Maßnahmen sind darüber hinaus geplant?

Albers: In der Tat haben wir in den letzten Jahren massiv in eine energetische Verbesserung der Gebäude und Energieverbesserung investiert. Das kommt uns heute sehr zu Gute - auch wenn wir mehr hätten machen können, uns die Politik beabsichtigte Maßnahmen wie zum Beispiel Installation von Speichern für die Photovoltaik aber nicht erlaubt hatte. Aber hier hat inzwischen ein massives Umdenken eingesetzt. Für Wilhelmshaven ist die flächendeckende Installation von einer weiteren PV-Anlage geplant, diese wird - sofern die Komponenten auf dem Markt zu haben sind und auch Installationsfirmen zu finden sind - bereits 2023 umgesetzt. In Oldenburg haben wir die ursprünglichen Planungen der Neuinstallation eines Gaskessels sofort gestoppt und haben inzwischen ein Konzept mit der Installation von Wärmepumpen in Kombination mit einem Blockheizkraftwerk entwickelt, das perspektivisch auch mit Wasserstoff betrieben werden kann. Die Umsetzung hat in unserem Baumaßnahmenkatalog höchste Priorität und soll zeitnah begonnen werden. Auch in Elsfleth planen wir die Installation von PV-Anlagen. Zur Einsparung von Strom haben wir die Umrüstung auf LED-Beleuchtung jetzt beschleunigt, konkret setzen wir dieses gerade am Studienort Wilhelmshaven um.

JW: Es gibt Vorgaben zur Höchsttemperatur in Räumen der Jade Hochschule. Wie können die Hochschulangehörigen mithelfen Energie einzusparen?

Albers: Wir haben die Vorgaben, eine Raumtemperatur von 19 Grad einzuhalten. Dazu wurden die Vorlauftemperaturen angepasst. Da die Räume in den meisten Fällen individuell geregelt werden, kann es manchmal vorkommen, dass die Temperaturen gerade nach einem Wochenende diese Werte nicht sofort erreichen. Hier bitten wir um Verständnis. Grundsätzlich haben wir den Eindruck, dass unsere Mitarbeitenden und die Studierenden in den vergangenen Wochen viel bewusster mit dem Thema Energieeinsparung umgegangen sind und kräftig mitgeholfen haben, unseren Verbrauch zu reduzieren, zum Beispiel indem sie auf die Ventilstellungen der Heizkörper achten und IT-Geräte ganz ausschalten, die zu anderen Zeiten auch mal durchgelaufen wären. Wichtig wäre ein „vorausschauendes“ Verhalten: Wird der Raum noch weiter gebraucht, habe ich morgen zum Beispiel Homeoffice? Dann bitte immer beim Verlassen der Räume an die Heizung und an Stromverbraucher denken. Das hilft sehr viel weiter!

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