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Großraum- und Schwertransporte im XXL-Format effizienter machen

Bundesministerium fördert Forschungsprojekt mit rund 100.000 Euro

Elsfleth. Großraum- und Schwerlasttransporte (GST) im XXL-Format üben allein durch die schiere Größe eine gewisse Faszination auf Menschen aus. Dabei ist der Planungsaufwand immens, da die Transportmaße samt Fahrzeugen den üblichen Rahmen der Verkehrsinfrastruktur sprengen. Das Projekt „Konzeptionierung einer wissensbasierten Datenbank für XXL-Großraum- und Schwerlasttransporte“ widmet sich dieser Problematik und wird jetzt im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt rund 100.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Projektpartnerin der Jade Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Kerstin Lange (Fachbereich Seefahrt und Logistik) ist die Logistik Service Agentur GmbH in Bremen. Das Projekt hat eine Laufzeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022.

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Landtransporte im XXL-Format sprengen alle Dimensionen gleichzeitig: Länge, Breite, Höhe, Gewichte und Achslasten der Fahrzeuge samt Ladung passen auf keine gewöhnliche Strecke. Planung und Verläufe sind scheinbar einmalig und erstmalig. Für die Genehmigung sind jedes Mal umfangreiche und kostenintensive Streckenprüfungen erforderlich. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, ob wiederkehrende Muster erkennbar sind und sich Wissen, Erfahrung und Historien der Beteiligten digital aufbereiten lassen.

Ziel des Projektes ist es, die Genehmigungspraxis von Schwerlast- und Großraumtransporten zu erleichtern. Die kreative Leistung der Akteure soll unterstützt und der Prozess der Streckenprüfung vereinfacht werden.

„Mit diesem Projekt wollen wir erreichen, dass bei einer 30 Kilometer langen Transportstrecke für XXL-Großraum- und Schwerlasttransporte nicht eine 800 Kilometer Strecke geprüft werden muss.“

Prof. Dr. Kerstin Lange

Mithilfe einer Open-Data-Base werden Daten und Informationen geliefert, Vergleiche angeboten und Kombinationen aus Transportgut, Fahrzeug und Route aufgezeigt, sobald beim Hersteller im Vertrieb die relevanten Daten entstehen, Verträge verhandelt und Preise festgelegt werden. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen für eine bessere Genehmigungspraxis dahingehend ausgewertet, ob sie als Orientierungshilfe für Planer_innen und Straßenverkehrsbehörden genutzt werden können. Dabei bieten bereits genehmigte, beispielhafte XXL-Großraum- und Schwerlasttransporte eine wichtige Datenbasis für das Forschungsprojekt.

Erstmals werden die Maßstäbe von XXL-Transporten systematisch erforscht. Sie werden analysiert und mit Kenngrößen kategorisiert. Im Vergleich zu „gewöhnlichen“ Großraum- und Schwertransporten (GST) wird deren Einfluss auf geplante Projekte und Machbarkeit bewertet. Gleichzeitig ermittelt das Projekt mögliche Einsparpotentiale sowie ökologische Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von XXL-GST.

Hintergrund

Die Organisation und Genehmigung von XXL-Transporten gestalten sehr zeitaufwändig, da Planungen und Streckenprüfungen mehrere Monate in Anspruch nehmen können. Zudem starten sie viel früher im Geschäftsprozess und betrachten ebenfalls Routen, die durch Baumaßnahmen wie Behelfsausfahrten erst befahrbar gemacht werden müssen. XXL-GST werden derzeit nicht systematisch erfasst, sodass auf dieses Wissen nicht zurückgegriffen werden kann.

Über den mFUND des BMDV

Im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND fördert das BMDV seit 2016 datenbasierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die digitale und vernetzte Mobilität 4.0. die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und durch die Bereitstellung von offenen Daten auf dem Portal mCLOUD. Weitere Informationen finden Sie unter: mfund.de