Internationale Kooperationen und Exkursionen sind ein fester Bestandteil der Lehre und des fachlichen Austauschs im Fachbereich Bauwesen, Geoinformation und Gesundheitstechnologie. In den vergangenen Monaten fanden mehrere Projekte, Studienfahrten und Dozentenmobilitäten statt, die unterschiedliche Aspekte von Planung, Baukultur, nachhaltigem Bauen und Lehre in einem internationalen Kontext beleuchteten.
Nachnutzungskonzeption für eine ehemalige Industriemühle in Schweden
Im November vergangenen Jahres führte die Högskolan in Schweden zusammen mit der Thomas More University of Applied Sciences in Belgien und der Jade Hochschule ein durch Erasmus+ gefördertes Blended Intensiv Projekt (BIP) in Schweden durch.
Studierende aus allen drei Hochschulen arbeiteten gemeinsam an einer Nachnutzungskonzeption für die ehemalige Industriemühle in Falkenberg am Fluss Ätran an der schwedischen Westküste.
Arbeitsphase und begleitendes Exkursionsprogramm
Nach der Besichtigung des Bestandsgebäudes und einem ersten Ideenaustausch entwickelten die international zusammengesetzten Gruppen in intensiver Arbeit ein Nutzungskonzept, das Elemente einer Volkshochschule und eines Hotels vereint. Begleitend fanden Impulsvorträge durch die Lehrenden John Lindgren, Robert Ågren, Lieve Gios, Koen Boeckx und Iris Reuther statt. Erweitert wurden die Inhalte durch den Besuch von EVIA, einem Unternehmen, das sich auf nachhaltiges Bauen spezialisiert hat. Zum Abschluss der Intensivwoche wurden die Ergebnisse im Designmuseum in Falkenberg vor Vertretern der Kommune sowie den Eigentümern der Mühle präsentiert.
Exkursionsstationen in Belgien: Geel, Hasselt und Mechelen
Die Abteilung Bauwesen schloss im vergangenen Jahr eine Kooperationsvereinbarung mit der Thomas More University of Applied Sciences in Geel, Belgien. Im Dezember vergangenen Jahres besuchte Frau Prof. Dr. Reuther im Rahmen ihres Moduls „Short-term in-country university placements“ mit einer kleinen Gruppe von Studierenden die neue Partnerhochschule. Die Anfahrt wurde für einen Abstecher nach Hasselt genutzt, um dem City Campus der Hasselt University und dem Kunstzentrum Z33 einen Besuch abzustatten.
„Die Exkursion nach Geel war eine bereichernde Erfahrung, die mir nicht nur neue kulturelle Eindrücke vermittelte, sondern auch wertvolle fachliche Perspektiven für mein Studium eröffnete.“
Nic Buchholz, Fachbereich Architektur
Architektur, Geschichte und Stadtraum in Mechelen
Für die historische Stadt Mechelen zwischen Brüssel und Antwerpen nahm sich die Gruppe einen ganzen Tag Zeit: die Teilnehmenden besichtigten das im Umbau befindliche Bahnhofsgebäude, lugten in eine Gerichtsverhandlung im ehemaligen Palast der Margarete von Österreich, erklommen den Turm der St.-Rombouts-Kathedrale mit ihrem Glockenspiel, schlenderten durch die engen Gassen des Großen Beginenhofs (UNESCO-Weltkulturerbe) und waren angetan von der Atmosphäre der Bibliothek Het Predikheren.
Austausch und Einblicke an der Thomas More University
Ein weiterer Tag war reserviert für den Besuch des neuen Kooperationspartners: eine kurze Präsentation der Ansprechpartnerin Stephanie Vanderhoydonck und eine interessante Führung durch den attraktiv gestalteten Campus hinterließen bei den Exkursionsteilnehmenden einen sehr positiven Eindruck. Betondruckversuche zeigten den Gästen die fachliche Entsprechung der beiden Hochschulen. Der Besuch wurde abgerundet durch einen Abstecher zum Versuchsgelände „Kamp C“ in Westerlo. Hier wurden unter anderem ein in Betondruck erstelltes Gebäude mit PV-Fassade sowie ein aus wiederverwerteten Materialien errichtetes Bürogebäude vorgestellt. Die Gruppe konnte außerdem den Betondruck eines kleinen Elements beobachten.
Am Abreisetag unternahmen die Exkursionsteilnehmer noch einen kurzen Rundgang durch die Geeler Innenstadt nebst der St.-Dymphna-Kirche.
„Während der Exkursionen hatte ich die Möglichkeit, andere Hochschulen, die dortige Lehre sowie das Arbeiten in interdisziplinären Gruppen kennenzulernen.“
Denise Lammers, Management und Engineering im Bauwesen-Studentin
Dozentenmobilität und weitere Kooperationen
Auch auf Lehrendenebene wurden die internationalen Aktivitäten fortgesetzt: im November vergangenen Jahres hielt Magdalena Olszewska von der Technischen Universität Stettin, Polen in Oldenburg Gastvorlesungen aus dem Bereich der Geotechnik. Ihr Aufenthalt steht beispielhaft für die zunehmende internationale Mobilität von Dozentinnen und Dozenten in der Abteilung Bauwesen.
Für diesen Monat ist ein Besuch an der Partnerhochschule in Horsens, Dänemark geplant, bei dem Prof. Dr. Iris Reuther einen Vortrag zum Thema Bauschäden halten wird. Im Sommersemester werden Gastdozenten aus Halmstad in Oldenburg erwartet, die sich insbesondere im Bereich Kommunikation in die Lehre einbringen sollen. Darüber hinaus ist im Rahmen des Moduls „Short-term in-country university placements“ eine Exkursion nach Budapest, Ungarn geplant.
Entwicklung der internationalen Aktivitäten nach der Pandemie
Internationale Aktivitäten im Fachbereich waren infolge der Corona-Pandemie weitgehend zum Stillstand gekommen. Die hier beschriebenen Projekte, Exkursionen und Gastdozenturen zeigen, dass das 2023 begonnene Engagement Prof. Dr. Iris Reuthers für die Wiederaufnahme und den Ausbau internationaler Kontakte inzwischen Früchte tragen.
Dies spiegelt sich auch in der Studierendenmobilität wider: im vierten Semester in Folge haben sich nach der pandemiebedingten Unterbrechung ausländische Studierende für einen ERASMUS-Aufenthalt im Bauwesen in Oldenburg entschieden. Gleichzeitig ist in den vergangenen Jahren ein Anstieg bei den Outgoing-Studierenden zu verzeichnen. Aktuell absolvieren Studierende des Bauwesens Auslandsaufenthalte unter anderem in Halmstad, Prag, Tampere, Valencia und Paris.