Am Montag den 23.02. fand an der Jade Hochschule der Jade-Linux-Upgrade-Tag statt. Zahlreiche ältere Laptops erhielten eine neue Perspektive: mit freier Software statt ausgemustertem Betriebssystem.
Der Anlass ist hochaktuell. Seit Oktober vergangenen Jahres wird Windows 10 nicht mehr unterstützt. Viele technisch einwandfreie Geräte gelten seither als veraltet, weil sie die Systemanforderungen von Windows 11 nicht erfüllen. Für viele Nutzerinnen und Nutzer stellt sich damit nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine grundsätzliche: Wie lässt sich digitale Infrastruktur nachhaltig, sicher und unabhängig gestalten?
Mehr als 60 angemeldete Studierende, Mitarbeitende und externe Interessierte folgten der Einladung. Gegen 10:30 Uhr eröffnete Prof. Dr.-Ing. Holger Saß, Vizepräsident für Forschung, Third Mission und Gleichstellung, die Veranstaltung mit einer Einleitung, in der er die gesellschaftliche und ökologische Dimension des Themas betonte.
„Am nachhaltigsten ist es, wenn funktionierende Geräte möglichst lange genutzt werden können. Dazu bietet die Umrüstung auf Linux eine sehr gute Möglichkeit.“
Holger Saß, Vizepräsident für Forschung, Third Mission und Gleichstellung
Die Alternative Linux
Prof. Dr. Ammar Memari skizzierte anschließend kompakt die Ausgangslage nach dem Support-Ende von Windows 10 und stellte Linux als Alternative vor. Er ging auf Philosophie und Systemarchitektur freier Systeme ein, zeigte deren grafische Vielfalt auf und beleuchtete Aspekte wie Sicherheit, Datenschutz und digitale Souveränität. Abschließend gab er einen Überblick über den praktischen Umstieg und mögliche Einstiegsszenarien.
„Das Ende von Windows 10 ist meines Erachtens eigentlich nur der willkommene Auslöser für einen Schritt, der längst überfällig war: den Umstieg auf Linux und Open Source“, betont Initiator Prof. Dr.-Ing. Ammar Memari. „Dass wir hier an der Jade HS heute ein so starkes Zeichen für Nachhaltigkeit und digitale Unabhängigkeit setzen konnten, verdanken wir einer großartigen Gemeinschaftsleistung. Ich danke dem Präsidium, dem Green Office, dem HRZ, unserem unermüdlichen HelferInnen-Team und allen Teilnehmenden von ganzem Herzen.“
Open-Source-Praxis und Academic Cloud
Einen praxisnahen Einblick in Open-Source-Alternativen unter Linux gab Jérôme Agater. Er zeigte auf, wie leistungsfähig und alltagstauglich freie Software inzwischen ist – von LibreOffice, Thunderbird bis hin zu spezialisierten Tools für Studium und Beruf. Den Schlusspunkt des Vormittags setzte Rico Meiner mit einem kompakten Überblick über die „Academic Cloud“ und dort frei verfügbare Programme sowie Social-Media-Kanäle für die wissenschaftliche Zusammenarbeit.
Mit Kaffee und Know-how zum zweiten Geräteleben
Nach einer kurzen Pause wurde es praktisch. In den Laborräumen unterstützte ein engagiertes Team aus internen Helfenden die Teilnehmenden Schritt für Schritt bei der Umrüstung ihrer Geräte. Bei Fairtrade-Kaffee und -Tee herrschte konzentrierte, zugleich gelöste Atmosphäre. Insgesamt konnten bis zu 60 Altgeräte erfolgreich auf ein einsteigerfreundliches System von Linux umgestellt werden.
Der Service ging dabei weit über die reine Installation hinaus. Das Team zeigte Studierenden und Beschäftigten, wie sie unter Linux Eduroam, Campus-Drucker und Netzlaufwerke einbinden können. Des Weiteren bot die Veranstaltung Raum für individuelle Beratung und den Austausch über die Potenziale freier Software, von Datenschutz über Transparenz bis hin zu digitaler Souveränität.
Verlosung und Fazit
Ein besonderes Highlight bildete der Abschluss: Neun Altgeräte, die vom Hochschulrechenzentrum zur Verfügung gestellt worden waren und nur noch für private Zwecke geeignet sind, wurden unter 16 interessierten Studierenden verlost.
Der Jade-Linux-Upgrade-Tag war damit nicht nur ein technischer Workshop, sondern auch ein starkes Signal für nachhaltige IT-Nutzung und gemeinschaftliches Engagement an der Hochschule. Aufgrund der positiven Resonanz wird bereits ein Folgetermin in Oldenburg gesucht; perspektivisch ist eine Wiederholung an allen Studienorten geplant.
„Suchen Sie also gerne weitere Altgeräte aus Ihren Schränken und stellen Sie sie dem Green Office für weitere Veranstaltungen zur Verfügung.“
Berit Müller, Nachhaltigkeitskoordinatorin, Leiterin Green Office, Klimaschutzbeauftragte