Lehrende diskutieren über ihre Verantwortung

Gemeinsame Veranstaltung von Jade Hochschule und Uni Oldenburg

Dürfen, wollen oder müssen wir sogar als Lehrende politisch Haltung zeigen? Und wie können wir Studierende dabei unterstützen, eine eigene verantwortliche Haltung zu entwickeln? Welche Rolle spielt dabei das Machtgefüge in einer Lehrsituation? Darüber diskutierte eine Gruppe aus dem Netzwerk "Lehre hoch n" am 7. Februar im „Schlauen Haus Oldenburg“.

Eingeladen hatten Dr. Susanne Haberstroh von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Prof. Dr. Andrea Czepek von der Jade Hochschule.

Inspiriert von den „25 Fragen an die Hochschule“, die Max Frisch 1987 der TU Berlin stellte und in denen er an die Verantwortung der Wissenschaft und Bildung appellierte, stellte sich die Gruppe ähnliche Fragen. Einig waren sich die Teilnehmer_innen, dass Wissenschaft nicht neutral sein kann und Forschende und Lehrende angesichts extremistischer politischer Äußerungen, aber auch beispielsweise im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, Verantwortung zeigen müssen.

Die Psychologin Gesche Keding von der Leuphana Universität Lüneburg sowie der Philosoph Dr. André Baier und Theresa Jansen von der TU Berlin stellten Lehrformate vor, die Studierende dazu befähigen, eine eigene verantwortliche Haltung zu entwickeln. Theresa Jansen beispielsweise begleitet als studentische Tutorin eine Lehrveranstaltung zu Ethik für Ingenieur_innen von Studierenden für Studierende, bei der Studierende selbst zunächst das eigene spielerische Lernmaterial entwickeln und dann ausprobieren. Studierende übernehmen mehr Verantwortung für den Lernprozess und setzen sich dabei aktiv mit Fragen der Verantwortung von Wissenschaft auseinander.

Hintergrund

Das Bündnis „Lehre hoch n“ wird von der Toepfer-Stiftung getragen und mit Mitteln verschiedener Stiftungen und des BMBF finanziert. Es bringt Lehrende, Didaktik-Expert_innen und Mitglieder aus Hochschulleitungen in verschiedenen Formaten zusammen, um Lehre strategisch weiter zu entwickeln.

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