Prof. Dr. Ingrid Jaquemotte in den Ruhestand verabschiedet
„Die Weiterentwicklung der Hochschule liegt mir sehr am Herzen“
Prof. Dr. Ingrid Jaquemotte verabschiedet sich nach 30 Jahren an der Jade Hochschule in den Ruhestand. Die Jade Welt (JW) spricht mit ihr über ihre Highlights und ihre Pläne für die Zukunft…
JW: Frau Jaquemotte, in welchen Bereichen waren Sie an unserer Hochschule tätig?
Jaquemotte: Ich bin seit 1995 in der Abteilung Geoinformation tätig. Begonnen habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin, bevor ich 2000 als Professorin im Bereich Geoinformation tätig wurde. Meine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Geodatenverarbeitung und Computergrafik, und dabei insbesondere in der 3D-Modellierung und -Visualisierung.
Die Weiterentwicklung der Hochschule liegt mir sehr am Herzen, weshalb ich mich gerne aktiv in verschiedenen Gremien engagiert habe, darunter im Fachbereichsrat, in der Gleichstellungskommission und so einigen Berufungskommissionen. Ich war sechs Jahre lang Studiendekanin und konnte in dieser Zeit die Weiterentwicklung unserer Studiengänge aktiv mitgestalten.
JW: Was war Ihr persönliches Highlight an der Hochschule?
Jaquemotte: Davon gibt es nicht nur eines. Als persönliches Highlight habe ich immer empfunden, wenn Studierende ihr Bestes gaben, um ein Projekt in Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern optimal umzusetzen. Wenn sie sich für ein Thema begeisterten, recherchierten, aktiv nach Unterstützung suchten und das Feedback dazu nutzten, um ihre Ergebnisse stetig zu verbessern. Besonders habe ich mich gefreut, wenn das Endergebnis die Erwartungen übertraf und Studierende mit ihren Leistungen sowohl mich als auch unsere Praxispartner positiv überraschten. Meine Rolle sah ich vor allem darin, innovative und herausfordernde Themen für Projekte oder Abschlussarbeiten zu entwickeln, und den Studierenden die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen, um schwierige Phasen zu überwinden.
Ein Höhepunkt war sicherlich auch das Projekt GeoFit, das ich in meiner Funktion als Studiendekanin der Abteilung leiten durfte. Dabei wurde untersucht, wie Studierende in der Studieneingangsphase sinnvoll unterstützt werden können, um im Studium erfolgreich zu sein. Einige der im Rahmen dieses Projekts entwickelten Maßnahmen wie Orientierungstage und ein Mentoring-Programm sind inzwischen fester Bestandteil des Studienprogramms der Abteilung.
Als Highlight sehe ich auch den Aufbau des Labors für virtuelle Welten im Jahr 2010 zusammen mit meinen Kollegen Jens-Peter Thiessen aus der Architektur und Martin Hansen aus der Hörtechnik. Ausgestattet mit einem Stereoprojektionssystem, einer Wellenfeldsynthese und leistungsfähigen Computern bietet dieses Labor mittlerweile allen Studierenden am Campus Oldenburg die Möglichkeit, an rechenintensiven Projekten zu arbeiten und fördert so auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Inzwischen erweitert das Labor für digitales Engineering die hochwertige Ausstattung der Hochschule im Bereich VR und AR mit einer CAVE und modernster Hard- und Software. Geleitet wird es von meinem Kollegen Sebastian Hollermann, mit dem ich in den vergangenen Jahren dort einige spannende und innovative Projekte durchführen durfte.
JW: Was gefällt Ihnen besonders gut an der Jade Hochschule?
Jaquemotte: Was mir an der Jade Hochschule besonders gut gefällt, ist die persönliche Atmosphäre zwischen Lehrenden und Studierenden, gerade in den kleineren Studiengängen. Ich bin mir sicher, dass es das Lernen fördert, wenn „man sich kennt“.
Darüber hinaus schätze ich den engen Bezug zur Praxis, den wir durch Projekte und Abschlussarbeiten mit externen Partnern sicherstellen. Diese ermöglichen den Studierenden schon frühzeitig wertvolle Einblicke in die Berufspraxis. Gleichzeitig profitieren wir Lehrenden von einem Austausch über aktuelle Herausforderungen und Fragestellungen aus Industrie und Verwaltung.
Besonders schätze ich an der Jade Hochschule die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden, auf deren Unterstützung ich über all die Jahre immer zählen konnte und die mir meinen Arbeitsalltag erheblich erleichtert hat.
Werdegang
Prof. Dr. Ingrid Jaquemotte ist seit 2000 Professorin für Grafische Datenverarbeitung und Vermessungskunde an der Jade Hochschule. Vorher lehrte und forschte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Berlin und der Vorgängerinstitution der Jade Hochschule. Zudem arbeitete sie als Systemberaterin für Geoinformationssysteme und graphische Systeme bei IBM Deutschland GmbH in Kassel. Jaquemotte promovierte 2001 an der Hochschule Vechta. Sie beschäftigte sich unter anderem mit 3D-Modellierung und Visualisierung, Computergrafik und Geoinformationssystemen, war beteiligt am „Labor für virtuelle Welten“ der Hochschule und als Studiendekanin der Abteilung Geoinformation tätig. Darüber hinaus engagierte sie sich als Mitglied der gemeinsamen Kommission „3D-Stadtmodelle“ von der Deutschen Gesellschaft für Kartographie und der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation.
JW: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Jaquemotte: Für die Zukunft sehe ich großes Potenzial für die Jade Hochschule und wünsche mir, dass die individuelle Arbeit jedes Einzelnen noch mehr Anerkennung findet. Persönlich habe ich an dieser Hochschule viel Wertschätzung erlebt und ich bin überzeugt davon, dass die allermeisten von uns bestrebt sind, sehr gute Arbeit zu leisten. Wenn diese auch anerkannt wird, wirkt das ungemein motivierend.
Ein Zitat von Ken Blanchard bringt es gut auf den Punkt: „Keiner ist so klug wie wir alle“. Dieses Verständnis verdeutlicht, wie wertvoll jeder einzelne Beitrag für das große Ganze ist und es stärkt die Gemeinschaft.
Für mich persönlich wünsche ich mir noch viele neue Anregungen und inspirierende Begegnungen mit Menschen. Ich bin mir sicher, dass die Zukunft der Hochschule voller positiver Entwicklungen und Erfolge sein wird, und werde das mit Interesse verfolgen.