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Prof. Dr. Ulrich Totzek in den Ruhestand verabschiedet

„Mir gefällt an der Jade Hochschule, dass sich die Schlüsselbegriffe ihres Leitbildes auch tatsächlich im Arbeitsalltag widerspiegeln“

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Totzek aus dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften wird zum Ende des Wintersemesters in den Ruhestand verabschiedet. Die Redaktion der Jade Welt (JW) fragt nach…

JW: Lieber Herr Totzek, in welchen Bereichen waren Sie an unserer Hochschule tätig?

Totzek: Zum Wintersemester 1991/1992 kam ich von München nach Wilhelmshaven, um als Professor im damaligen Fachbereich Elektrotechnik tätig zu werden. Der fachliche Schwerpunkt lag dabei zunächst in der Studienrichtung Angewandte Mikroelektronik des Studiengangs Elektrotechnik. Nach dem Zusammenschluss der Elektrotechnik mit den Fachbereichen Maschinenbau und Feinwerktechnik zum neuen Fachbereich Ingenieurwissenschaften, war ich zunächst in der Wissenschaftlichen Einrichtung Angewandte Informatik, später dann in der Einrichtung Telekommunikation und Multimedia aktiv. In beiden Einrichtungen habe ich viele Jahre lang die Aufgabe eines Sprechers der Wissenschaftlichen Einrichtung übernommen.

Die von mir durch Vorlesungen und Laborlehrveranstaltungen vertretenen Fachgebiete sind Mikroelektronik, Kommunikationselektronik, Signal- und Systemtheorie und Mathematik. Zeitweise fand meine Lehre auch am Studienort Oldenburg im Rahmen des Studiengangs Hörtechnik und Audiologie statt.

Durch umfangreiche Gremientätigkeiten hatte ich eine gute Gelegenheit, die Entscheidungswege innerhalb einer Hochschule kennenzulernen und gleichzeitig Mitglieder aus der gesamten Jade Hochschule zu treffen. Der Senat der Hochschule, die Zentrale Studienkommission, der Fachbereichsrat und die Prüfungskommission in den Ingenieurwissenschaften sowie die Sprecherfunktion in zahlreichen Kommissionen und Arbeitsgruppen sind Beispiele dafür.

Prof. Dr. Ulrich Totzek (Foto: privat)
Prof. Dr. Ulrich Totzek (Foto: privat)

JW: Was war Ihr persönliches Highlight an der Hochschule?

Totzek: Ein Highlight war ganz sicher der Start des Studiengangs Meerestechnik zum Wintersemester 2010/2011. Mehr als zwei Jahre Vorbereitungsarbeiten vieler Beteiligter sowohl von der Jade Hochschule als auch von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg waren dazu erforderlich. Meine Rolle war dabei die des Koordinators für die Jade Hochschule, zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, dem damaligen Direktor des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), als Koordinator für die Universität Oldenburg. In vielen Sitzungen von Kommissionen und Arbeitsgruppen wurde ein Curriculum und ein Berufungskonzept für das hochschulübergreifende, konsekutive Studienangebot „Bachelor Meerestechnik“ und „Master Marine Sensorik“ erarbeitet. Für mich war das eine gute Gelegenheit, um über den Tellerrand zu schauen und zu verstehen, worin die Unterschiede bei den Maßstäben und den Auffassungen an beiden verschiedenen Hochschultypen bestanden. Zu versuchen, diese zu überbrücken war eine reizvolle Aufgabe.

Als Studiengangsbeauftragter Meerestechnik hatte ich dann die Gelegenheit, das Konzept des Curriculums zu entwickeln. Dabei entstand die Idee, die Meerestechnik in einem so genannten Säulenmodell in die bestehende Mechatronikausbildung zu integrieren. Das bisherige Y-Modell mit einem für alle gemeinsamen Grundstudium, gefolgt von einer Verzeigung in den höheren Semestern, wurde in ein Säulenmodell überführt, bei dem bereits ab dem ersten Semester studiengangsspezifische Inhalte gelehrt werden konnten.

Fahrten mit einem Forschungsschiff vermittelten so bereits zu Studienbeginn einen Salzwasserkontakt für die Meerestechnik-Studierenden.

JW: Was gefällt Ihnen besonders gut an der Jade Hochschule?

Totzek: Mir gefällt an der Jade Hochschule, dass sich die Schlüsselbegriffe ihres Leitbildes - innovativ, kompetent, kooperativ, vielfältig und zugewandt - auch tatsächlich im Arbeitsalltag widerspiegeln. Ich konnte an einer Hochschule arbeiten, bei der überwiegend ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Raumangebot für Labore und Hörsäle und der Anzahl von Studierenden und Lehrenden gegeben ist. Zusammen mit einem passenden Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden ergeben sich so gute Rahmenbedingungen für einen lebendigen Austausch, einen erfolgreichen Studienverlauf und somit auch für meine eigene persönliche berufliche Zufriedenheit als Lehrender.

JW: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Totzek: Um den Übergang in den Ruhestand etwas weniger abrupt zu gestalten, ist die Übernahme eines Lehrauftrags für die Pflichtvorlesung „Signale und Systeme“ im Studiengang Elektrotechnik geplant. Dieses Fachgebiet hatte ich schon während meiner Promotion kennengelernt und dann auch bis jetzt als Professor in der Lehre vertreten. Es wird also hoffentlich auch nach Eintritt in den Ruhestand für mich die Gelegenheit geben, auf dem Campus mit den vertrauten Kollegen und Mitarbeitern das eine oder andere Gespräch zu führen und Erfahrungen auszutauschen.

Ansonsten wünsche ich mir mehr Zeit für Familie, Freunde und auch für Hobbies. Mechanische Armbanduhren hatten mich auch schon in der Vergangenheit fasziniert und haben zu einer beachtlichen Sammlung geführt. Dabei gilt mein Interesse in erster Linie den Uhrwerken, auch wenn sie natürlich in möglichst schmucken Gehäusen mit gut designten Zifferblättern „verpackt“ sein sollten. Vermutlich ergab sich mein privates Interesse an der Mechanik der Uhrwerke als Gegenpol zum beruflichen Schwerpunkt in der Mikroelektronik.

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