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„Unterstützung an der Jade Hochschule ist beeindruckend“

Ukrainische Geflüchtete nutzen Integra-Programm zur Erlangung deutscher Sprachkenntnisse

Wilhelmshaven. Das Integra-Programm bietet studierfähigen Geflüchteten Unterstützung vor und während ihres Studiums an der Jade Hochschule. Mit dem seit nunmehr fast einem Jahr andauernden Krieg in der Ukraine wird dieses Porgramm auch von ukrainischen Geflüchteten angenommen. Anastasia Kryshtop, Rostyslav Petrenko und Thierry Fiston Nshuti berichten von ihren Erfahrungen.

Thierry studiert an der Jade Hochschule Elektrotechnik. Gebürtig kommt er aus Ruanda und entschied sich für ein Auslandsstudium in Kiew, das er im August 2021 aufnahm. „Wir wurden erst am zweiten Tag evakuiert und hatten große Angst“, erinnert er sich. Mit dem Zug kam er erst nach Polen und reiste dann weiter nach Hannover. „Die Familie, bei der wir zuerst lebten, erzählte uns von der Jade Hochschule und der Möglichkeit, Deutsch zu lernen.“

BU3: Thierry Fiston Nshuti (Foto: Jade HS/Mona Freiberg)
Anastasia Kryshtop (Foto: Jade HS/Mona Freiberg)

Die 38-jährige Anastasia ist mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und dem Hund ebenfalls in einer deutschen Familie untergekommen. Hier kommunizieren sie eigentlich in Englisch. Aber nach und nach kann sie immer mehr Deutsch sprechen. „Ich war auf dem Elternabend in der Schule. Am Ende kam ein Vater auf mich zu, der russisch spricht und fragte, ob er für mich noch einmal übersetzen sollte. Ich habe ihm erst einmal erzählt, was ich alles verstanden habe und er sagte mir, dass ich alles richtig verstanden habe. Das hat mich richtig gefreut.“

Rostyslav studiert an der Jade Hochschule Projektingenieurwesen. Auch er kommt aus Kiew, wo er Software Engineering studierte. „Die Situation in der Ukraine ist schlimm, sehr schlimm“, erzählt er. Zusammen mit seiner Mutter kam er mit dem Auto über Polen nach Wilhelmshaven. Mittlerweile ist auch seine Freundin in Wilhelmshaven angekommen. Er berichtet, dass sich das Studium zwischen Deutschland und der Ukraine deutlich unterscheidet. Während in Kiew im Klassenverband ähnlich wie in Schulen unterrichtet wird, trifft der 18-Jährige in den Vorlesungen auf unterschiedliche Menschengruppen. „Die Unterstützung ist beeindruckend hier an der Hochschule. Ausländische Studierende werden herzlich aufgenommen und es wurden immer Möglichkeiten gefunden, uns zu unterstützen.“

Rostyslav Petrenko (Foto: Jade HS/Mona Freiberg)

Auch Thierry sagt, dass ihm die im Integra-Kurs erlangten Deutschkenntnisse sehr hilfreich sind. „Der Deutsch-Kurs ist hilfreich, weil ich mich dadurch in die Gesellschaft integrieren kann. Im Kurs lernen wir alles über die Kultur und das Alltagsleben.“ Beide sagen, dass sie zunächst ihr Studium an der Jade Hochschule beenden wollen. Thierry würde sich gerne selbstständig machen, Rostyslav möchte hier ins Berufsleben einsteigen. Für Anastasia sieht das ein bisschen anders aus. „Es ist sehr kompliziert, etwas für die Zukunft zu planen. In der Ukraine war ich 15 Jahre lang als Chefredakteurin im Fernsehen. Für mich ist es schwer, einen neuen Beruf zu wählen. Ich möchte jetzt Deutsch lernen und dann weiter in der Medienwelt arbeiten.

Alle drei ukrainischen Programm-Teilnehmer berichten, dass für sie der Erwerb der Sprachkenntnisse an oberster Stelle steht. Integra setzt genau hier an und unterstützt die Geflüchteten. Das International Office der Jade Hochschule bietet darüber hinaus mit einem Begleitprogramm die Möglichkeit, die Integration in das Studium und in die Stadt zu erleichtern.

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Menschlichkeit, Zukunftsorientierung, gute Forschungsbedingungen und Qualität in der Lehre stehen für die Jade Hochschule mit ihren drei Studienorten Wilhelmshaven, Oldenburg und Elsfleth im Nordwesten Deutschlands.