Am 19. November vergangenen Jahres stand der Ingenieurrechtstag der Ingenieurkammer Niedersachsen ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Veranstaltung bot vielfältige Einblicke in technische und rechtliche Aspekte dieser zukunftsweisenden Technologie.
Eröffnung: Chancen und Risiken der KI
Eröffnet wurde der Tag von Prof. Martin Betzler, Präsident der Ingenieurkammer, der in seiner Ansprache die potenzielle Macht der KI hervorhob: „KI ist in der Lage, Entscheidungen zu treffen und Aufgaben zu lösen, und das ist im Prinzip das Besondere.“ Betzler betonte aber auch die Herausforderungen, die KI mit sich bringt:
„Es ist eine Chance, aber es ist auch eine Veränderung. Der Ingenieur, der nach Schema F Routineaufgaben löst, der wird wahrscheinlich am ehesten ersetzbar sein.“
Anwendungen der KI im Ingenieurwesen
Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwerdhelm, Professor an der Jade Hochschule und Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer, erläuterte die technischen Grundlagen der KI. Dabei beschrieb er neuronale Netze, die in der Lage sind, Muster in Daten und Bildern zu erkennen. Schwerdhelm wies darauf hin, dass diese Fähigkeit Ingenieurinnen und Ingenieuren helfen könne, etwa durch das frühzeitige Erkennen von lukrativen Bauprojekten in der Umgebung.
Austausch und Orientierung für die Zukunft
Der Ingenieurrechtstag bot zudem ein breites Spektrum an Vorträgen zum Thema KI-Anwendungen und rechtliche Rahmenbedingungen. Zum Abschluss gab Michael Köster, Geschäftsführer eines Vermessungsbüros, praxisnahe Tipps zur Erstellung von Prompts, also den konkreten Befehlen, mit denen KI-Systeme angesteuert werden können.
Der Ingenieurrechtstag 2025 machte damit deutlich, wie wichtig der fachliche Dialog über Chancen, Risiken und Einsatzmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz ist.