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Deutsch-ukrainische Forschergruppe gewinnt CATCON Preis der ISPRS

Entwicklung eines virtuellen Laserscanners

Beispiel eines virtuellen Scans in VRscan3D
Beispiel eines virtuellen Scans in VRscan3D

Beim kürzlich beendeten Kongress der Internationalen Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung (ISPRS) in Nizza gewann ein Projektteam der Kiewer Nationalen Universität für Bauwesen und Architektur (KNUCA), der Universität Bamberg und der Jade Hochschule den angesehenen CATCON-Preis für die beste Software-Entwicklung für computerassistiertes Unterrichten (computer-assisted teaching).

Preisverleihung beim ISPRS-Kongress in Nizza (v.l.): Dr. Julia Horkovchuk, Dr. Maria Chizhova (mit Urkunde), Dr. Denys Gorkovchuk (auf der Leinwand)
Preisverleihung beim ISPRS-Kongress in Nizza (v.l.): Dr. Julia Horkovchuk, Dr. Maria Chizhova (mit Urkunde), Dr. Denys Gorkovchuk (auf der Leinwand)

Unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Luhmann, Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG), hat die Gruppe um Dr. Maria Chizhova (Universität Bamberg, Lehrstuhl für Digitale Denkmaltechnologien), Dr. Denys Gorkovchuk und Dr. Julia Horkovchuk (beide KNUCA), Dr. Darius Popovas (IAPG) und Prof. Dr. Mona Hess (Bamberg) einen virtuellen Laserscanner entwickelt, mit dem Studierende insbesondere aus entwicklungsschwachen Ländern Methoden und Auswertungen mit terrestrischem Laserscanning durchführen können, ohne selbst ein reales Gerät zur Verfügung haben zu müssen. Durch die Corona-Pandemie hat sich diese Möglichkeit auch auf viele andere Hochschulen übertragen, die auf reine Online-Lehre angewiesen sind.

Der virtuelle Laserscanner VRscan3D wird im Rahmen eines vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten mehrjährigen Programms entwickelt, das die Förderung ukrainischer Hochschulen im Bereich digitaler Lehre unterstützt. Das System ist in der Game Engine UnReal entwickelt worden und erlaubt Anwender_innen, sich interaktiv in einer virtuellen 3D-Umgebung (zum Beispiel innerhalb oder außerhalb eines Gebäudes) zu bewegen, Scannerstandorte zu wählen und anschließend virtuell das Objekt zu scannen. Daraus entstehen eine oder mehrere 3D-Punktwolken, die durch Farbe, Intensität und Messrauschen weitgehend realistisch sind. Diese Daten können dann anschließend in Standardprogrammen zur Punktwolkenverarbeitung weiter prozessiert werden, zum Beispiel um daraus BIM-Modelle abzuleiten. Auf diese Weise kann der gesamte Messablauf sehr praxisnah abgebildet und geübt werden.

Eine kostenlose Softwareversion und weitere Informationen zum Projekt sind unter vrscan3d.com abrufbar.

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