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Neuanschaffung für projektorientiertes Studium

Vierbeiniger Laufroboter „Jaques“ bereichert Lehre und Forschung

Am Fachbereich Management, Information, Technologie (MIT) der Jade Hochschule gibt es ein neues, außergewöhnliches Mitglied: den vierbeinigen Laufroboter „Jaques“. Eingesetzt im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, eröffnet er Studierenden und Lehrenden innovative Perspektiven auf die Verbindung von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Niedrigschwelliger Zugang zur Robotik

Der Roboter basiert auf dem Modell Unitree GO2 EDU PLUS und trägt den Namen „Jaques“ – Jade Advanced Quadruped Unit for Engineering & Service. Schon auf den ersten Blick beeindruckt seine realitätsnahe Bewegungsweise: Er kann sich strecken, drehen, aufrichten oder spielerisch ein „Pfötchen“ geben. Diese hundeähnlichen Verhaltensweisen schaffen einen niedrigschwelligen Zugang zur Robotik und fördern die intuitive Interaktion.

„Zu Beginn begegnet man dem Roboter mit einer gewissen Zurückhaltung. Doch in dem Moment, in dem er einen Hund imitiert, wird aus Distanz Neugier. Diese Erfahrung ist beeindruckend und zugleich nachdenklich stimmend, denn sie zeigt, wie nah Technik heute an natürliche Verhaltensweisen herankommt.“

Prof. Dr. Lutz Engel

Assistiver Anwendungsfall: Der Quadruped Jaques holt ein Flasche Saft (Bild: Jade HS)
Assistiver Anwendungsfall: Der Quadruped Jaques holt ein Flasche Saft (Bild: Jade HS)

Studierende aufgepasst

Prof. Dr. Lutz Engel, Dipl.-Ing. Kai-Chr. Struß und Dipl.-Ing. Jens Zählcke möchten „Jaques“ gezielt nutzen, um neue Formen des projektorientierten Studiums zu fördern. Gesucht werden engagierte Studierende aus dem Fachbereich MIT sowie aus anderen technischen Disziplinen, die Interesse an praxisnahen Projekten oder Abschlussarbeiten haben. Erstprüfer ist Prof. Dr. Engel.

Die technische Basis bietet dabei vielfältige Möglichkeiten: Auf der leistungsfähigen Onboard Computing Unit läuft eine vollständige Linux-Distribution mit hoher Rechenleistung (bis zu 100 TOPS). Studierende können sich unter anderem mit der Implementierung von Navigationslösungen auf Basis von ROS2 (Robot Operating System), der Entwicklung von Indoor-Routenplanung oder der Ansteuerung der quasiautonomen Bewegungs- und Sensoriksysteme beschäftigen. Auch die Integration und Programmierung des neuen Greifarms eröffnet spannende Aufgaben – von einfachen Greifbewegungen bis hin zu komplexeren Interaktionen wie dem Öffnen von Türen.

Kollaborativer Industrieroboter namens UR3 (von Universal Robots), Herr Prof. Dr. Lutz Engel, Dipl.-Ing. Kai-Chr. Struß und der Neuankömmling Unitree GO2 in der Version EDU PLUS (Bild: Jens Zählcke)
(Bild: Jens Zählcke)

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Neben seiner anschaulichen Interaktion überzeugt „Jaques“ vor allem durch seine technischen Fähigkeiten: Er ist robust, beweglich und kann Lasten tragen, Treppen steigen sowie sich sicher in unebenem Gelände bewegen. Dank des servoelektrischen Greifarmes, der das gezielte Aufnehmen und Transportieren von Objekten ermöglicht, rücken Anwendungsszenarien wie Assistenzaufgaben im Alltag oder Einsätze in schwer zugänglichen Umgebungen in greifbare Nähe.

Für die Lehre bietet der Roboter ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. In projektorientierten Lehrformaten sowie in Bachelor- und Masterarbeiten können Studierende eigene Ideen entwickeln, prototypisch umsetzen und interdisziplinär arbeiten. Neben technischen Fragestellungen spielen dabei auch wirtschaftliche, organisatorische und ethische Aspekte eine zentrale Rolle.

„Jaques“ steht exemplarisch für eine moderne, praxisorientierte Ingenieurausbildung, die technologische Innovation mit interdisziplinärem Denken verbindet und Studierenden die Möglichkeit gibt, die Zukunft der Robotik aktiv mitzugestalten.

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