| Präsidialbüro

Prof. Dr. Josef Timmerberg in den Ruhestand verabschiedet

„Man kennt sich, man diskutiert, man sucht Lösungen“

Prof. Dr. Josef Timmerberg aus dem Fachbereich Management, Information, Technologie wird zum Ende des Wintersemesters in den Ruhestand verabschiedet. 
Die Redaktion der Jade Welt (JW) fragt nach…

JW: Lieber Herr Timmerberg, in welchen Bereichen waren Sie an unserer Hochschule tätig?

Timmerberg: Berufen worden bin ich in den ehemaligen Fachbereich Elektrotechnik am 1. Januar 1988. Dort war ich auch einige Jahre Studiendekan. Dann bin ich in den damaligen Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen gewechselt, weil damals aufgrund einer Wirtschaftsflaute Elektrotechnik bei den Studies nicht mehr so gefragt und zufälligerweise im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen eine Elektrotechnikstelle zu besetzen war. Dort wurde ich dann zeitnah für fünf Jahre Dekan. Inzwischen hatte sich die Struktur der Hochschule geändert, es gab den Zusammenschluss zur Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven mit den Außenstandorten Leer und Elsfleth. Am Standort Wilhelmshaven entstand aus den drei technischen Fachbereichen der neue Fachbereich Ingenieurwissenschaften. Ich fand und finde den Zusammenschluss der Hochschulen nach wie vor gut.
2005 beauftragte man mich mit der Leitung des Instituts Seefahrt in Leer, eine vielseitige, aber auch anstrengende Aufgabe. Dort habe ich einen personellen und baulichen Neuanfang geplant, begonnen und zum Teil abgeschlossen. Die permanente Zusammenarbeit mit den Leeraner Reedern, der Kreisleitung und den Landespolitikern gestaltete sich erfreulich gut. So wurde zum Beispiel die Professorenzahl von vier auf zehn erhöht, wobei vier Stellen über zehn Jahre von den Leeraner Reedern gesponsort wurden. Weiter wurde der Standort Leer durch den Kauf eines Schiffssimulators und die Planung und dann Realisierung eines Simulator-Gebäudes sowie die Grundsanierung des Hauptgebäudes und der Aula gefestigt. Es freut mich, dass nach meiner Zeit das Begonnene gut zu Ende geführt wurde.

JW: Was war Ihr persönliches Highlight an der Hochschule?

Timmerberg: In meiner über 34-jährigen Tätigkeit an der Fachhochschule gab es für mich weitere Highlights wie den Umstand, dass ich als Dekan des Fachbereichs Wirtschaftsingenieurwesen federführend in einer Arbeitsgruppe unter anderem mit Prof. Grützner und Dr. Kolschen den Studiengang Medienwirtschaft ins Leben rufen konnte. 
Viel Freude haben mir auch meine langjährigen Aktivitäten mit ausländischen Hochschulen bereitet.

Auf Reisen: Prof. Dr. Josef Timmerberg (li.) auf dem Empire State Building (Foto: privat)
Auf Reisen: Prof. Dr. Josef Timmerberg (li.) auf dem Empire State Building (Foto: privat)

So zum Beispiel der Studenten- und Dozentenaustausch und die Curricula-Entwicklung in Russland und Finnland, die Fachkonferenzen und Lehrunterstützung zum Beispiel durch eine Wasserstoffkette und Wärmepumpe in Bulgarien und Rumänien, die Summer School in den USA oder der Aufenthalt in Kasachstan. Ein größeres Unterfangen war die vom Land Niedersachsen geförderte Unterstützung der St. Augustin University in Arusha in Tansania durch eine Notstromversorgung und den Ausbau des WiFi-Netzes. Besonders danken möchte ich in diesem Zusammenhang Paul Beckmann und Guido Manemann für ihre tatkräftige und unermüdliche Mitarbeit. Interessant fand ich auch meine Zusammenarbeit und Lehrtätigkeit an der RTA Rezekne in Lettland. Als Dank wurde mir der Titel eines Honorarprofessors verliehen.

JW: Was gefällt Ihnen besonders gut an der Jade Hochschule?

Timmerberg: Ich habe mich als Ingenieur nicht so schmalspurig gesehen. Vielleicht liegt es ja auch an meiner Ausbildung, in der ich das Gebiet der Elektromagnetischen Felder - Theoretische Elektrotechnik - intensiv bearbeitet habe. So habe ich gern und oft selbst programmiert und elektrotechnische Berechnungen verschiedenster Arten ausgeführt. Dafür benötigt man Diskussionen mit Kolleginnen und Kollegen zahlreicher Disziplinen sowie Laborunterstützung unterschiedlicher Art. Und all dieses fand und finde ich in der Jade Hochschule über Fachbereichsgrenzen hinweg. Auch fand und finde ich immer offene Ohren bei Problemen und Anregungen in der Fachbereichsleitung: man kennt sich, man diskutiert, man sucht Lösungen.

JW: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Timmerberg: Ich möchte meine Tätigkeiten nicht abrupt enden lassen, sondern verschiedene Projekte abschließen oder auch weiterführen.

Vor allen Dingen wünsche ich mir, dass die Jade Hochschule als wissenschaftlicher Leuchtturm des Nordens noch heller und weiter leuchtet.

Internationale Kooperationen: Prof. Dr. Josef Timmerberg (2.v.re.) mit Kolleg_innen und Studierenden in Qaraghandy vor der staatlichen Universität Kasachstan (Foto: privat)
Internationale Kooperationen: Prof. Dr. Josef Timmerberg (2.v.re.) mit Kolleg_innen und Studierenden in Qaraghandy vor der staatlichen Universität Kasachstan (Foto: privat)

Lesen Sie auch: