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Studierende an Bord eines Seenotrettungskreuzers

Studium trifft Praxis in Hooksiel

Wilhelmshaven.Hooksiel. 12 Studierende der Meerestechnik besuchten gemeinsam mit Dr. Jan Schulz den Seenotrettungskreuzer Bernhard Gruben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)in Hooksiel. Dort konnte die Gruppe der Jade Hochschule nicht nur die Innenräume besichtigen, sondern den Bordalltag der Seenotretter erleben und das Verhalten der Besatzung in Notfällen beobachten. Nach zweijähriger Corona-Pause war es für viele Studierende der erste fachbezogene Außentermin.

Dass die Seenotrettungskreuzer jederzeit einsatzbereit sind, zeigte sich bei der Ankunft der Studierenden im Außenhafen Hooksiel: Der Kreuzer lag aufgrund einer Hilfeleistung nicht an seiner Liegestelle. Schulz erklärt: „Die Vorleute und Besatzungen leben zwei Wochen auf den Seenotrettungskreuzern, bevor sie abgelöst werden. In dieser Zeit sind sie ständig einsatzbereit.“ Nach kurzer Wartezeit konnten die Studierenden den Kreuzer der 23,1-Meter-Klasse betreten. Während der Besichtigung musste das Tochterboot Johann Fidi zu einer weiteren Hilfeleistung ausgesetzt werden. Die Studierenden beobachteten das Aussetzen und Aufnehmen des Tochterbootes. Der 21-jährige Student Claas Bontjes erzählt:

„Es ist interessant zu sehen, wie die theoretisch erlernten Grundlagen in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden. Das ermöglicht einem im Studium, auf einen deutlich erweiterten Ideenpool zurückzugreifen.“

Claas Bontjes

Anschließend wurden die Studierenden in Kleingruppen durch den Maschinenraum geführt. Dabei konnten die angehenden Meerestechniker_innen verschiedene Funktionskomponenten kennenlernen, wie die beiden zusammen 2.700 PS starken Hauptmaschinen, die UV-Desinfektionsanlage zur Aufbereitung des Trinkwassers, die Pumpen für die Feuerlöschmonitore und die Maschinenleitstände. Im Ernstfall braucht es schnelle und verlässliche Hilfe. Dabei zählt jede Minute. Dafür sind die Seenotrettungskreuzer mit sehr sicherer und robuster Technik ausgestattet.

Dr. Jan Schulz begleitete die Exkursion nach Hooksiel. Zum Schutz der an Bord lebenden Mannschaft trugen alle Besucher_innen eine Maske. (Foto: Felix Cordes)

Nach einem Sommersemester mit vielen Onlinevorlesungen freuten sich die Student_innen besonders über die Möglichkeit, die Seenotretter zu befragen. Vom Vorschiff bis zum Ruderquadrant-Raum konnten fast alle Bereiche des Schiffs besichtigt werden, ohne dass Fragen unbeantwortet blieben.

Schulz zeigt sich zufrieden:

„Einen herzlichen Dank an Vormann und Besatzung, welche sich die Zeit genommen haben und diese lehrreichen und spannenden Einblicke ermöglichten.“

Dr. Jan Schulz

Sein Ziel ist es, zukünftig weitere Exkursionen zu organisieren. „Dadurch lernen die Studierenden den Arbeitsalltag in der Praxis kennen.“ Dies sei eine wertvolle Ergänzung zu den theoretischen Inhalten des Studiums.

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Hintergrund

Die Station Hooksiel ist eine von 55 Stationen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. 180 fest angestellte und rund 800 freiwillige Seenotretter fahren Jahr für Jahr rund 2.000 Einsätze, koordiniert von der deutschen Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) Bremen der DGzRS. Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen rund 86.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr des Rettungswerkes ist der Bundespräsident.


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