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Vom Labor an den Steuerstand

Justine Schüler auf Kurs mit der WHITE STAR

 

Seit dem 01. Juli vergangenen Jahres ist die Wilhelmshavenerin Justine Schüler als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Elsfleth der Jade Hochschule tätig. Sie arbeitet in der Professur „Mensch-Maschine-Interaktion für autonome Schiffsführungssysteme“ am Fachbereich Seefahrt und Logistik unter der Leitung von Prof. Dr. Georgios Athanassiou und beschäftigt sich mit der menschengerechten Gestaltung maritimer Systeme – ein Themenfeld, das Theorie und Praxis eng miteinander verbindet.

Der Faktor Mensch als roter Faden

Bevor sie in die maritime Forschung wechselte, war Schüler im Gesundheitswesen tätig und sammelte dort langjährige Führungserfahrung. Schon damals spielte der Faktor Mensch eine zentrale Rolle: in Teamkoordination, Entscheidungsprozessen und der Gestaltung effizienter, sicherer Abläufe. Diese Erfahrungen prägen ihren analytischen Blick auf komplexe maritime Systeme, in denen der Mensch entscheidend für Sicherheit, Effizienz und Zusammenarbeit ist.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen absolvierte Schüler an der Hochschule Emden/Leer den Bachelor of Science in Maritime Technology and Shipping Management sowie an der Jade Hochschule den Bachelor of Science in Nautik und Seeverkehr und den Master of Science in Maritime Management. Mit dieser Kombination aus wissenschaftlicher Ausbildung, praktischer Erfahrung und fundiertem Verständnis für den Faktor Mensch bereitet Schüler derzeit ihre Doktorarbeit vor, um theoretische Erkenntnisse praxisnah zu vertiefen.

Überführung der WHITE STAR

Parallel zu ihrer Forschung hatte die wissenschaftliche Mitarbeiterin auf persönliche Anfrage des Dekanats die Gelegenheit, gemeinsam mit Kapitän Bernd Klemm das Segelschulschiff der Hochschule, die WHITE STAR, von Garrucha in Spanien nach Cartagena zu überführen. 

Als nautische Wachoffizierin verantwortete sie Navigation und Steuerführung und wechselte sich hinsichtlich der Maschinenüberwachung gelegentlich mit dem Kapitän ab. 

Die etwa zehnstündige Überfahrt bot einen praxisnahen Rahmen, in dem bewährtes nautisches Wissen unter realen Bedingungen angewendet und mit kooperativem Handeln an Bord verknüpft werden konnte. 

Bald auf Kurs Richtung Heimathafen

Aktuell liegt das Segelschulschiff im Yacht Port Cartagena und wartet auf die Anlieferung einzelner Ausrüstungsgegenstände sowie auf die Durchführung kleinerer Wartungsarbeiten. Während dieser Phase werden auch letzte technische Prüfungen und organisatorische Vorbereitungen getroffen, um die sichere und reibungslose Weiterfahrt in den Heimathafen zu gewährleisten. 

„Sobald diese Maßnahmen abgeschlossen sind, steht der Fahrt der WHITE STAR in den Heimathafen Elsfleth nichts mehr im Wege.“

Justine Schüler

Impressionen der Überfahrt

Die White Star im Hafen von Cartagena (Bild: Jade HS/Justine Schüler)
Die White Star im Hafen von Cartagena (Bild: Jade HS/Justine Schüler)
Die White Star auf See (Bild: Jade HS/Justine Schüler)
Die White Star auf See (Bild: Jade HS/Justine Schüler)
Die White Star im Hafen von Garucha (Bild: Jade HS/Justine Schüler)
Die White Star im Hafen von Garucha (Bild: Jade HS/Justine Schüler)

Seefahrt braucht Wissen und eine starke Crew

Auf die Frage, ob Schüler auch an der Überführung des Schiffes in den Heimathafen teilnehmen werde, antwortete sie: „Ich begleite die Überführung selbstverständlich gern und mit großer Freude. Entscheidend ist, dass alles sorgfältig vorbereitet ist und vor allem sicher abläuft.“ 

Die Überfahrt und die Zeit in Cartagena machten deutlich, wie eng Theorie und Praxis in der Seefahrt zusammengehören. Neben fachlichem Wissen sind vor allem praktische Erfahrung und Teamarbeit entscheidend: Erst wenn alle zusammenarbeiten, wird aus vielen Einzelnen eine echte Crew. 

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