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Von der Tiermedizin in die Humanmedizin

Mareike Wefers Weg zum Traumjob

Mareike Wefer (Foto: Mareike Wefer)

„Der erste Tag im Operationssaal war aufregend – ein offener Thorax beim Menschen ist dann doch etwas Anderes als beim Hund,“ berichtet Medizintechnikstudentin Mareike Wefer. „Als Thorax wird in der Fachsprache der Brustkorb bezeichnet“, erklärt sie. Die 28-jährige absolviert derzeit ein Praxissemester in der Kardiotechnik am Klinikum in Oldenburg.

Wefers Interesse an der Medizin zeichnete sich bereits zu ihrer Schulzeit ab. Sie hat sich gerne Ärzteserien im Fernsehen angeschaut. „Das mache ich auch heute noch“, erzählt sie lachend. In der neunten Klasse durchlief die gebürtige Varelerin ein Praktikum in einer tierärztlichen Praxis. Nachdem sie zunächst eine Ausbildung zur Vermessungstechnikerin absolvierte und ein Studium in angewandter Geodäsie begann, schloss Wefer eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten ab. Darauf folgte das Medizintechnikstudium an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven.

Praxiserfahrungen sammeln – eine Pflichtkomponente im Studium

Um für den acht Semester langen Bachelor-Studiengang zugelassen zu werden, wird von den Studienplatzanwärter_innen erwartet, dass sie ein Zugangspraktikum belegen. Wefer konnte ihre berufspraktische Erfahrung aus den Ausbildungen als Äquivalent anrechnen lassen. Aktuell befindet sich die Studentin im sechsten Semester in der vorgeschriebenen, mindestens zwanzigwöchigen Praxisphase ihres Studiums. Da sie schon bei ihrer Arbeit in der Tiermedizin eine Leidenschaft für Themen rund um das Herz entwickelte und sich für das medizinische Hintergrundwissen bei Operationen begeisterte, fasste Wefer den Entschluss, sich um einen Praktikumsplatz als Kardiotechnikerin zu bewerben.

Die Arbeit einer Kardiotechnikerin

In ihrem sechsmonatigen Arbeitseinsatz in der Kardiologie ist es eine von Wefers Aufgaben, die Herz-Lungen-Maschine für Operationen vorzubereiten. Sie erklärt: „Wir übernehmen den Kreislauf der Patienten und überwachen diesen. Eine Bypass-Operation dauert im Schnitt drei Stunden, vom Hautschnitt bis zum Vernähen. Aber auch Operationen, die bis zu neun Stunden dauern, kommen gelegentlich vor.“ Wefer arbeitet meistens von sieben bis 15 Uhr, Schichtdienst gibt es für die Beschäftigten in der Kardiotechnik im Klinikum in Oldenburg nicht. Bei akuten Fällen hilft der Notdienst aus.

Wefer freut sich, dass sie ihr Praxissemester trotz der Corona-Pandemie im Klinikum durchführen darf. Sie kann sich gut vorstellen nach ihrem Studienabschluss in der Medizintechnik, speziell in der Kardiotechnik zu arbeiten.

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