Zum 15. Januar wurde Prof. Dr.-Ing. Antje Tiesler, LL.M., an die Jade Hochschule auf die Professur für Baubetrieb an den Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie am Campus Oldenburg berufen. Die Jade Welt (JW) fragt nach…
Tiesler: Ich bin seit vielen Jahren im baubetrieblichen Umfeld tätig, insbesondere in der Beratung zu Vertrags-, Bauzeit- und Nachtragsfragen bei komplexen Projekten. Dabei erlebe ich täglich, wie entscheidend fundiertes Wissen zu Terminplanung, Kalkulation, Vertragsgestaltung und Arbeitsvorbereitung für den Projekterfolg ist.
Erfahrungswissen möchte ich künftig noch stärker in die Ausbildung zukünftiger Ingenieurinnen und Ingenieure einbringen. Zudem bin ich der Region eng verbunden und hier aufgewachsen – umso mehr freue ich mich, nun an der Jade Hochschule wirken zu dürfen.
JW: Mit welchen Erwartungen und Vorstellungen treten Sie die Professur an?
Tiesler: Ich trete die Professur mit großer Vorfreude und Verantwortung an. Mein Ziel ist es, Studierende nicht nur fachlich fundiert auszubilden, sondern sie auch für die komplexen Zusammenhänge im Bauprozess zu sensibilisieren.
Baubetrieb ist mehr als Terminpläne und Kalkulation – es geht um Organisation, Kommunikation, Vertragsverständnis und strategisches Denken.
Ich wünsche mir einen lebendigen Austausch mit den Studierenden sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Praxis. Besonders wichtig ist mir, dass unsere Absolventinnen und Absolventen befähigt werden, Verantwortung in Projekten zu übernehmen und Konflikte konstruktiv zu lösen.
JW: Welche Schwerpunkte möchten Sie in Lehre und Forschung setzen?
Tiesler: In der Lehre möchte ich den Fokus auf wirtschaftliche und vertragliche Zusammenhänge im Baubetrieb legen. Studierende sollen Bauprojekte ganzheitlich verstehen – technisch, organisatorisch und rechtlich – und dabei aktuelle Entwicklungen in der Bauwirtschaft und im Baurecht einordnen können.
In der Forschung interessiert mich insbesondere die Weiterentwicklung alternativer Projektabwicklungsmodelle, vor allem im Kontext der Integrierten Projektabwicklung (IPA). Kooperative Vertrags- und Organisationsmodelle bieten die Chance, klassische Konfliktstrukturen aufzubrechen, Transparenz zu erhöhen und Projekte effizienter sowie partnerschaftlicher zu gestalten.
Mein Anspruch ist es, praxisrelevante Forschung zu betreiben, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch für Unternehmen unmittelbar nutzbar ist.