Zum 1. Januar wurde Prof. Dr. Robert Dix an die Jade Hochschule auf die Professur für Umweltrecht und Umweltökonomie im Bauwesen berufen. Er lehrt und forscht in der Abteilung Bauwesen am Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie am Campus Oldenburg. Die Jade Welt (JW) fragt nach…
Dix: Nachdem ich unmittelbar nach meinem Studium mehrere Jahre an der Universität Göttingen in Forschung und Lehre tätig war, habe ich in den vergangenen rund zwölf Jahren anspruchsvolle und zugleich spannende Praxisaufgaben in der Energiewirtschaft übernommen. Diese Zeit war für mich außerordentlich erfüllend und bereichernd. Zugleich erwies sie sich als äußerst wertvoll für meine persönliche und wissenschaftliche Weiterentwicklung, da auch wissenschaftliche Arbeit eine praxisnahe Schwerpunktsetzung, klare Strukturierung sowie ein ausgeprägtes Gespür für Relevanz erfordert. Eine längere Tätigkeit in der Praxis ist daher aus meiner Sicht für eine wissenschaftliche Laufbahn ebenfalls kaum ersetzbar.
Gleichzeitig hat mich meine Leidenschaft für Forschung und Lehre nie losgelassen. Entsprechend habe ich mich kontinuierlich in der Nachwuchsausbildung engagiert und regelmäßig wissenschaftliche Fachbeiträge erarbeitet und veröffentlicht.
Vor diesem Hintergrund empfinde ich die Jade Hochschule als einen idealen Partner für meine fachlichen Interessen. Sie ist eine breit aufgestellte und zugleich forschungsstarke Hochschule, die auch für spezialisierte Fragestellungen ein gut etabliertes Umfeld bietet. Zudem habe ich die Hochschule sowie die Studierenden bereits im Rahmen meines Lehrauftrags als ausgesprochen engagiert erlebt. Ich bin daher überzeugt, an der Jade Hochschule einen nachhaltigen Beitrag zur Ausbildung zukünftiger Umweltingenieur_innen leisten zu können.
JW: Mit welchen Erwartungen und Vorstellungen treten Sie die Professur an?
Dix: Meine Erwartungen und Vorstellungen sind vielfältig. In der Anfangsphase der Professur sehe ich meine Aufgaben hauptsächlich in der Konzeption und Weiterentwicklung von Lehrveranstaltungen sowie in der fachlichen Vernetzung innerhalb und außerhalb der Hochschule. Realistischerweise wird dies in den ersten Monaten einen Schwerpunkt meiner Tätigkeit bilden. Darüber hinaus beabsichtige ich, mich an geeigneter Stelle aktiv in die Selbstverwaltung der Hochschule einzubringen.
Nach dieser ersten Phase wird auch die eigenständige Forschungstätigkeit einen Kernbereich meiner Arbeit ausmachen. Von hoher Bedeutung sind für mich dabei Kooperationen mit anderen Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie mit Unternehmen aus der Praxis, da gerade an Hochschulen für angewandte Wissenschaften die enge Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis eine besondere Stärke ist und gezielt genutzt werden sollte.
JW: Welche Schwerpunkte möchten Sie in Lehre und Forschung setzen?
Dix: Meine zentralen Forschungsinteressen liegen im Umweltverwaltungsrecht sowie in der Regulierung von Monopolstrukturen. Im Umweltverwaltungsrecht richte ich meinen Fokus unter anderem auf die Ausgestaltung und praktische Anwendung von Zulassungsverfahren, das Naturschutzrecht, das Recht der Umweltprüfungen, Rechtsfragen zum Ausbau und zur Nutzung regenerativer Energien sowie auf das Immissionsschutz- und Wasserrecht. Ein vertieftes Interesse gilt dabei den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung klimafreundlicher Energiequellen, etwa im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder dem Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Darüber hinaus widme ich mich der Regulierung von Monopolstrukturen, vor allem mit Blick auf energierechtliche Fragestellungen.
Für diese Themen begeistere ich mich deshalb, weil sie zentrale Zukunftsfragen unserer Gesellschaft betreffen und zugleich in der rechtswissenschaftlichen Forschung bislang häufig nur ausschnitthaft beleuchtet wurden. Außerdem reizt mich die enge Verzahnung des Umweltrechts mit technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen. Bisherige Forschungsansätze berücksichtigen diese Zusammenhänge nämlich oftmals nur am Rande. Gerade an diesen interdisziplinären Schnittstellen sehe ich daher erhebliches Erkenntnispotenzial sowie einen wichtigen Ansatzpunkt für vertiefende Forschungsaktivitäten.
In der Lehre werde ich überwiegend in Modulen des Studiengangs Umweltingenieurwesen-Bau tätig, der auch meine Forschungsausrichtung ideal widerspiegelt.