| Präsidialbüro

Examen vor 60 Jahren: Absolventen im Fach Architektur treffen sich

Jubiläum an alter Wirkungsstätte

Die ehemaligen Kommilitonen aus dem Examensjahr 1962 (ganz links Karl Krieger) (Foto: Andreas Rothaus/Jade HS)
Die ehemaligen Kommilitonen aus dem Examensjahr 1962 (ganz links Karl Krieger) (Foto: Andreas Rothaus/Jade HS)

Karl Krieger erwarb im Jahr 1962 sein Ingenieurexamen der Architektur an der damaligen Staatlichen Ingenieurschule Oldenburg. Dabei handelt es sich um die Vorgängerinstitution der Jade Hochschule, wo auch heute noch Architektinnen und Architekten ausgebildet werden. Krieger trifft sich regelmäßig mit seinen ehemaligen Kommilitonen zum Examensjubiläum an alter Wirkungsstätte: Seit dem 40-jährigen alle fünf Jahre und so auch nun im Jahr 2022. Von ehemals 20 Examenskollegen trafen sich jetzt sechs zum 60-jährigen Jubiläum an der Jade Hochschule. Drei Personen mussten leider kurzfristig die Teilnahme absagen. Der Dekan vom Fachbereich Architektur, Prof. Jens Peter Thiessen, begrüßte die Gruppe und berichtete über aktuelle Entwicklungen am Fachbereich. Aus den ehemals drei Fachgebieten Hoch- und Tiefbau sowie Vermessungskunde ist heute ein vielfältiges Angebot mit 57 Studiengängen an der Jade Hochschule gewachsen. Zuletzt sind etwa am Campus in Oldenburg die Studiengänge Urban Design und Hebammenwissenschaften hinzugekommen.

Die Ausbildung zum Architekten vor 60 Jahren unterschied sich in vielen Punkten von der heutigen Ausbildungspraxis. Der Unterricht fand in festen Klassen statt und alle Studierenden hatten zuvor eine Lehre im Bauhauptgewerbe sowie mindestens zwei Gesellenjahre absolviert. Sie waren zu Studienbeginn somit meist ca. 20 Jahre alt.

Dekan Prof. Jens Peter Thiessen (re.) begrüßt die Gruppe und gibt einen Einblick in aktuelle Entwicklungen. (Foto: Andreas Rothaus/Jade HS)
Dekan Prof. Jens Peter Thiessen (re.) begrüßt die Gruppe und gibt einen Einblick in aktuelle Entwicklungen. (Foto: Andreas Rothaus/Jade HS)

Der feste Klassenverbund förderte das Miteinander, nicht zuletzt abzulesen an den bis heute stattfindenden Treffen. Unter den Kommilitonen des Jahrgangs gab es lediglich zwei Frauen. Heutzutage liegt der Frauenanteil unter den Studierenden leicht über dem der Männer.

Direktor der Staatsbauschule seit 1945 bis in die 1970er Jahre hinein war Dr.-Ing. Friedrich Weiß. Krieger hat zudem noch lebhafte Erinnerungen an Kurt Runge, der als Dozent im Entwerfen und Zeichnen tätig war. Runge war in Oldenburg als Künstler durch zahlreiche Ausstellungen in Museen und Galerien sowie als Mitglied im Bund bildender Künstler bekannt. Der Unterricht fand in den 1950er und 1960er Jahren in der ehemaligen Artilleriekaserne in der Ofener Str. 16 statt. Dort ist noch heute das Hauptgebäude der Jade Hochschule. Die umfangreichen Neubauten wurden erst im Laufe der 1960er Jahre erbaut. Den Beginn der Bautätigkeit hatten Krieger und seine Kommilitonen noch erlebt. Nicht hingegen den Bau der Mensa, diese wurde erst 1977 errichtet. Ein Anlass genug, dort beim aktuellen Besuch zum Mittagstisch einzukehren.

Die meisten Büros des Fachbereichs sind inzwischen im Zeughaus in der Ofener Str. 15 untergebracht. Dort war von 1946 bis 1987 noch die Landesbibliothek untergebracht. Die Hochschule ist erst seit 2006 Mitnutzerin des Gebäudes. Auch institutionell gab es viele Änderungen. Krieger und seine Kommilitonen begannen ihr Studium 1959 an der Staatsbauschule, im Examensjahr 1962 nach sechs Semestern war diese in Staatliche Ingenieurschule umbenannt worden um 1968 erneut in Staatliche Ingenieurakademie umbenannt zu werden. Zusammen mit der Seefahrtschule Elsfleth und Leer war sie Keimzelle der 1971 gegründeten Fachhochschule Oldenburg. Nach weiteren Fusionen und Defusionen in den letzten 20 Jahren wurde daraus letztendlich die Jade Hochschule mit den Studienorten Wilhelmshaven, Oldenburg und Elsfleth.

Die Absolvent_innen der Ingenieurschule konnten Ihre Examen nachträglich zu einem Dipl.-Ing. (FH) umwidmen lassen. Seit dem Jahr 2007 werden an der Jade Hochschule im Fach Architektur Bachelor- und Masterabschlüsse vergeben, die gleichwertig zu einem Abschluss an einer Universität sind. In den 1960er Jahren wurden die Abschlüsse der Staatsbauschule als Vordiplom an den Universitäten anerkannt.  Erst nach einem Universitätsexamen durfte man den vollwertigen Titel Dipl.-Ing. ohne den Zusatz „FH“ tragen. Karl Krieger wählte diesen Weg und ging nach seinem Studium in Oldenburg nach Hannover an die Universität. Er machte dort 1972 also vor 50 Jahren sein Examen.

Haben Sie noch Erinnerungen, Materialien oder alte Fotos aus Ihrem Studium an der FH Oldenburg oder einer der Vorgängerinstitutionen (Staatsbauschule, Ingenieurschule/ -akademie)?

Nehmen Sie gerne Kontakt auf mit Andreas Rothaus: Telefon 0441 77083783 oder per E-Mail andreas.rothaus@jade-hs.de

Auch der Dekan Jens Peter Thiessen absolvierte sein Examen in Hannover, im Jahr 1992 vor genau dreißig Jahren. Ein Treffen eines gesamten Jahrganges der Uni-Absolvent_innen haben beide nicht mehr gehabt, weil die Jahrgänge viel größer waren und nicht mehr klassenweise gelernt wurde.

Anders die Absolventen aus Oldenburg: Auch nach 60 Jahren noch gibt es neben den turnusmäßigen Besuchen an der Hochschule jährliche Treffen zum Frühstück zusammen mit den Ehepartnern.

Ein Beitrag von:

Andreas Rothaus
Andreas Rothaus

Fachbereich Architektur