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Internationalisierung der Jade Hochschule als Bereicherung für die Region

Andrea Menn, Leiterin des International Office, im Gespräch

Jade Welt (JW): Liebe Frau Menn, wie sieht die „neue Normalität“ nach den extremen Einschränkungen durch die Pandemie für die Arbeit des International Office aus?

Menn: So viel „neue Normalität“ gibt es eigentlich nicht. Wir hatten die ganze Zeit alle Hände voll zu tun, nur die Aufgaben haben sich etwas verändert: viel mehr und längere individuelle Beratungen zu Auslandsaufenthalten, da die Unsicherheit bei Fragen wie „Wo kann ich studieren?“, „Wie wird das Studium aussehen?“ und „Wird das überhaupt klappen?“ je nach Zielland deutlich gestiegen ist. Aber die Zahl der outgoings steigt wieder deutlich an.

Auch bei den Incomings ist mehr Beratung erforderlich, insbesondere zu den sich häufig ändernden Coronavorschriften. Viele Fragen erreichen uns von den ausländischen Studierenden, die in der Coronazeit ihr Studium aufgenommen haben und ohne soziale Netzwerke bisher nur online studieren konnten. Das war für die meisten eine große Herausforderung.

Andrea Menn (Foto: Jade HS)
Andrea Menn (Foto: Jade HS)

JW: Vor einem Jahr wurde die Internationalisierungsstrategie der Jade Hochschule beschlossen. Ein konkretes Ziel war es, die Zahl der Mobilitäten zu erhöhen: jeder Student und jede Studentin soll die Möglichkeit haben, während des Studiums einmal im Ausland gewesen zu sein. Auf welchem Weg setzt sich das International Office dafür ein, dieses Ziel zu erreichen?

Menn: Durch verschiedenen Maßnahmen, zum Beispiel durch die Einwerbung von Drittmitteln, um mehr Mobilität möglich zu machen.

Wir haben in den vergangenen Jahren die Einwerbung von Drittmitteln stetig steigern können, dieses Jahr liegen wir bei deutlich über einer Million Euro.

Damit kann eine große Anzahl unserer Studierenden für ein Semester ins Ausland gehen. Es gibt auch Mittel für die Organisation von Kurzprogrammen, in denen Lehrende mit einer Studierendengruppe für ein bis zwei Wochen ein Lehrprojekt an einer Partnerhochschule durchführen können. Neu sind Projekte für den virtuellen Austausch. Wichtig ist auch die vertragliche Absicherung von Partnerschaften. Momentan sind wir mit der Verlängerung bestehender und dem Abschließen neuer Verträge beschäftigt. Wir unterstützen auch die Fachbereiche bei der Internationalisierung ihrer Studienprogramme und müssen uns jetzt wieder intensiver um die Kontaktpflege bemühen, um nicht bei den Partnern in Vergessenheit zu geraten. 

JW: Ein weiteres Ziel ist die Erhöhung des Anteils ausländischer Studierender an der Jade Hochschule. Hierfür ist im März ein Studienvorbereitungsprogramm, das Jade Kolleg, ins Leben gerufen worden, das jetzt gestartet ist. Wie läuft das Programm ab und wie war bisher die Resonanz?

Menn: Das Jade Kolleg ist trotz Corona gut angelaufen, die Projektkoordination und die Deutschdozentenstelle konnte besetzt werden. Die immerhin elf Teilnehmer_innen aus sechs Ländern drücken seit Semesterbeginn täglich die Schulbank. Sie erhalten rund 14 Stunden Deutsch pro Woche, aber auch Interkulturelle Trainings, Studienorganisation und Fachvorlesungen gehören zu den Unterrichtsfächern.

JW: Welche Bedeutung hat die Internationalisierung der Jade Hochschule für die Region?

Menn: Sie ist eine Bereicherung: junge Menschen aus aller Welt beleben das Stadtbild und stehen nach ihrem Studienabschluss vielfach den Unternehmen in der Region als Fachkräfte zur Verfügung. Deutsche Studierende bringen ihre Auslandserfahrungen in ihr Berufs- und Privatleben ein und leisten somit einen signifikanten Beitrag um globalen Herausforderungen begegnen zu können.

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