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Mit Praxispartnern lernen

Studierende erarbeiten Entwürfe zur Erweiterung einer Schule im Holzmodulbau in Kooperation mit der Firma ERNE AG Holzbau

Collage einiger Arbeiten der Studierenden: Amelie Sommer & Lysann Zdarsky, Anna-Lena Abheiden & Lisa-Marie Lotsch, Alex Bakenhues & Jann-Theo Dirksen; Lina Caspers & Linda Köppen, Isabella Hefele & Lena Sophie Lethgau, Deike ter Hazeborg & Toni-Luisa Reinemann; Pia Riege; Martin Theisen, Chantale Recht & Lucas Jacobsen. (Collage: A. Willmann)
Collage einiger Arbeiten der Studierenden: Amelie Sommer & Lysann Zdarsky, Anna-Lena Abheiden & Lisa-Marie Lotsch, Alex Bakenhues & Jann-Theo Dirksen; Lina Caspers & Linda Köppen, Isabella Hefele & Lena Sophie Lethgau, Deike ter Hazeborg & Toni-Luisa Reinemann; Pia Riege; Martin Theisen, Chantale Recht & Lucas Jacobsen. (Collage: A. Willmann)

„Die Zusammenarbeit mit der Firma ERNE war eine Bereicherung für die Lehre und hat den Studierenden einen Einblick in die Vorfertigung im Holzbau ermöglicht.“

Prof. Anja Willmann

Immer mehr Schulen entstehen im deutschsprachigen Raum in Holzmodulbauweise, sowohl für den temporären als auch für den dauerhaften Einsatz. Dies hat zum einen seine Gründe im Klimaschutz und der Verwendung nachwachsender Rohstoffe und zum anderen verkürzt der hohe Verfertigungsgrad im Werk die Bauzeit deutlich. Zudem sind Gebäude in Modulbauweise rückbaubar und die Module können an anderer Stelle wieder für ein neues Gebäude verwendet werden.

Kooperation mit Praxispartnern

Eines der führenden Unternehmen im Holzmodulbau ist die Firma ERNE AG Holzbau, mit der Prof. Anja Willmann vom Fachbereich Architektur der Jade Hochschule regelmäßig zusammenarbeitet. Für die Studierenden des 2. Semesters Architektur haben Thomas Wehrle (CTO, Leiter Technik), Moritz Begle (Teamleitung Projektwerkstatt) und Lukas Kolb (Stv. Leiter Standort Deutschland) ihr Wissen und ihre Erfahrung geteilt.

Die Studierenden erarbeiteten im Modul Konstruktives Entwerfen Vorschläge für einen zusätzlichen Schultrakt für das Humboldt-Gymnasium in Weimar, der in Holzbau entworfen und bis zur Konstruktion der einzelnen Elemente durchgeplant wurde. Dabei konnten Holzmodulbau, Holztafelbau oder Holzelementbau kombiniert werden, um neben den Klassenräumen innovative Lernzonen und offene Kommunikationsbereiche zu erreichen. Das Dozententeam von der Jade Hochschule Prof. Jürgen Arendt, Katharina Heyen, Hendrik Beidersandwisch und Prof. Anja Willmann sowie die Experten der Firma ERNE unterstützten die Studierenden.

Ich fand es sehr spannend, modernen, eventuell zukunftsweisenden Holzmodulbau einmal im Kontrast zu Holzständer- und Tafelbau kennen zu lernen und durch die Firma ERNE auch direkt praxisnah zu planen und zu konstruieren - mit sehr konstruktivem Feedback.“

Martin Theisen, Student

 

Endpräsentation des Moduls Konstruktives Entwerfen; Studierende 2. Semester Architektur und Fa. ERNE Ag Holzbau (Foto: Anja Willmann)
Endpräsentation des Moduls Konstruktives Entwerfen; Studierende 2. Semester Architektur und Fa. ERNE Ag Holzbau (Foto: Anja Willmann)

Vielfältige Entwürfe

Holzmodulbau ist auch in Norddeutschland auf dem Vormarsch und kommt immer öfter zum Einsatz, vorrangig bei Bauaufgaben mit möglichst kurzer Bauzeit wie zum Beispiel für Hotelbauten, Kindertagesstätten oder Flüchtlingsunterkünfte.

Die Klassenräume und Flurzonen lassen sich in drei bis vier Modulen vorfertigen und werden auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt. Die Entwürfe der Studierenden schlagen in Kombination damit vor allem große Freitreppen ins Obergeschoss vor, die teilweise Sitzstufen ausbilden. Manchmal werden sogar alle Geschosse über eine außenliegende Freitreppe erschlossen oder zwischen einzelnen Klassenräumen entstehen ruhigere Lernzonen, die lichtdurchflutete Flure und Atrien ermöglichen. Nicht immer müssen Holzmodule gestapelt werden. Eine der Arbeiten schlägt ein „Schuldorf“ bestehend aus mehreren einzelnen Clustern vor.

So vielfältig wie die einzelnen Arbeiten war auch das Feedback der ERNE-Fachleute: es wurde von möglichen Transportmaßen der einzelnen Module oder Dachelemente über die Kombination von freien Deckenelementen mit den Modulen bis zum innovativen Spritzwasserschutz im Sockelbereich alles diskutiert. Vor allem hat aber die Vielfalt der Entwürfe trotz der sehr engen konstruktiven Vorgaben und die abschließende konstruktive Bearbeitungstiefe der jungen Studierenden beeindruckt.

„Wir waren überrascht über die Vielfalt der architektonischen Vorschläge. Die Kombinationen von Holzmodulbau mit vorgefertigtem Elementbau und den klassischen Ausführungsvariationen wie zum Beispiel das Giebeldach haben auch unseren Horizont erweitert.“

Thomas Wehrle & Moritz Begle, ERNE AG Holzbau