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Praxistransfer am Fachbereich Seefahrt und Logistik

Lehrinhalte in den Bereichen Transport, Logistik und Organisation unmittelbar und anschaulich verknüpfen

Exkursionen zu den regionalen Unternehmen sind ein integraler Bestandteil der Ausbildung in den wirtschaftlich-logistischen Studiengängen am Fachbereich Seefahrt und Logistik. Ziel ist es, den fachlichen Austausch zu fördern, Lehrinhalte vor Ort unmittelbar und anschaulich zu verknüpfen und das Interesse der Studierenden an den vielfältigen logistischen Aufgabenstellungen zu wecken. „Wir haben im Umkreis von rund 50 Kilometern um den Studienort Elsfleth eine große Vielfalt an Unternehmen – von der Industrieproduktion, über Fahrzeug-, Schiff- und Flugzeugbau, Handel bis hin zu Hafen- und Logistikdienstleistungen – sozusagen alles vor der Haustür“, sagt Prof. Dr. Peter Wengelowski, Studiendekan für die wirtschaftlich-logistischen Studiengänge am Fachbereich.

So besuchten auch am vergangenen Montag Studierende der Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft sowie des Internationalen Logistikmanagements in Nordenham die Unternehmen Steelwind GmbH und LTS Nordwest GmbH.

Beeindruckende Dimensionen: Die einzelnen versandfähigen Stahlkonstruktionen können Längen von 60 bis 90 Metern und Einzelgewichte zwischen 700 bis 2.000 Tonnen erreichen. (Fotos: Jade HS)

Steelwind gehört zur Dillinger-Gruppe und ist ein Unternehmen im Windenergieanlagenbau. Am Standort Nordenham werden Gründungselemente zur Offshore-Installation, sogenannte Monopiles und Transition Pieces, komplett produziert, einschließlich aller zugehörigen Onshore-Arbeiten und -Dienstleistungen wie Beschichtung, Montage von Sekundärstahlkomponenten oder technische Einbauten. Bei ihrem Besuch konnten die Studierenden den gesamten Materialfluss vom Wareneingang über die Umschlaganlagen an der Wasserseite, den innerbetrieblichen Transport bis zur Fertigungsstraße, die Vorproduktion und Endmontage bis zur Verladung fertiger Monopiles nachverfolgen. Die einzelnen versandfähigen Stahlkonstruktionen können dabei Längen von 60 bis 90 Metern und Einzelgewichte zwischen 700 bis 2.000 Tonnen erreichen. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie aus einzelnen Stahlplatten solche riesigen und schweren Piles entstehen und auf dem Werksgelände bewegt werden“, betont der Dozent für Transportmanagement, Christian Jauernig.

Der zweite Besuch bei LTS Nordwest in unmittelbarer Nähe bildete aus logistischer Sicht einen starken Gegensatz. Als Full Service Logistikdienstleister erbringt das Unternehmen kundenindividuelle Komplettlösungen entlang der innerbetrieblichen Supply Chain. LTS betreibt das Materialwirtschaftszentren und die Intralogistik für Premium Aerotec im Flugzeugschalenbau am Standort Nordenham. Mit Tagesleistungen von mehr als 3.000 Wareneingängen, 25.000 Kommissionierungen, 4.600 Kit-Anlieferungen und 4.500 Versandpositionen beeindruckt LTS mit hohen Leistungsanforderungen in Bezug auf Zeit und Teilevielfalt. Präzision, Zuverlässigkeit und Fehlerfreiheit im Flugzeugbau ergänzen das hohe Anforderungsniveau an LTS.
In Ergänzung zu den Leistungsprozessen konnten die Studierenden hier auch zeitgemäße Logistik- und Lagertechnologien wie zum Beispiel vollautomatische Tablar- und Kleinteilelager, ortsfeste Kommissionier- und Kanbanverfahren im Echtbetrieb sehen.

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