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Dozent Olaf Fischer unterstützt Stadt WHV bei der Einführung einer App zur Kontaktnachverfolgung

Luca-App ersetzt Zettelwirtschaft bei Restaurantbesuchen

Wenn Restaurants, Einzelhandel, Hotels und Kulturbetriebe wieder geöffnet werden, muss deren Besuch zur Kontaktnachverfolgung dokumentiert werden. Das digitale Einchecken per App ersetzt ein zeitaufwendiges Ausfüllen von Formularen. (Foto: pexels)
Wenn Restaurants, Einzelhandel, Hotels und Kulturbetriebe wieder geöffnet werden, muss deren Besuch zur Kontaktnachverfolgung dokumentiert werden. Das digitale Einchecken per App ersetzt ein zeitaufwendiges Ausfüllen von Formularen. (Foto: pexels)

Um die dynamische Ausbreitung des Corona-Virus zu stoppen, setzt die Stadt Wilhelmshaven jetzt auf eine App: Mit der Luca-App sollen Kontaktketten schnell und effizient nachvollzogen werden können, sodass das Gesundheitsamt Kontaktpersonen eines bestätigten Corona-Falls umgehend kontaktieren und unter Quarantäne versetzen kann.

Olaf Fischer, Dozent für Informatik im Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Jade Hochschule, unterstützte die Stadt Wilhelmshaven maßgeblich bei der Einführung der App. „In kürzester Zeit konnten wir durch unkompliziertes Zusammenwirken mit dem Corona-Krisenstab der Stadt alle notwendigen Voraussetzungen schaffen, dass Wilhelmshaven mit zu den ersten Kommunen gehört, die Luca zur Kontaktverfolgung nutzen“, sagt Fischer, der sich ehrenamtlich bei dem Wilhelmshavener Verein WIN@WBV engagiert. „Wenn es darauf ankommt, kann Wilhelmshaven richtig schnell! So macht Engagement für die Heimatstadt Spaß.“

Zettelwirtschaft entfällt durch digitales Einchecken - auf Knopfdruck relevante Datensätze

Bislang mussten Gäste und Kunden meist einen Zettel mit ihren persönlichen Kontaktdaten ausfüllen. Mit der App entfällt dieser Aufwand, stattdessen wird in allen Betrieben, die mitmachen, künftig nur noch ein Code eingescannt. Das Wilhelmshavener Gesundheitsamt kann im Fall der Fälle dann digital auf diese Daten zugreifen, eine entsprechende Schnittstelle wurde bereits geschaffen. „Wir haben im vergangenen Jahr immer wieder feststellen müssen, dass Kontaktlisten lückenhaft oder gar falsch waren", erläutert Amtsarzt Dr. Christof Rübsamen. „Außerdem kommt es bei der Information von Kontaktpersonen auf Schnelligkeit an. Mit der digitalen Lösung kommen wir nun quasi auf Knopfdruck an die relevanten Datensätze ran."

Olaf Fischer (Foto: privat)
Olaf Fischer (Foto: privat)

Über die Luca-App

Die Luca-App kann kostenfrei in diversen App-Stores heruntergeladen werden. Der Anbieter garantiert die Einhaltung der Datenschutz- und Datensicherheitsstandards. Die Entwicklung und Umsetzung der App erfolgte unter anderem durch die Bundesdruckerei. Partner bei der wissenschaftlichen Begleitung ist auch Fraunhofer AISEC. Weitere Informationen: www.luca-app.de

Wenn beispielsweise eine positiv getestete Person Tage zuvor in einem Restaurant zu Gast war, kann das Gesundheitsamt nach digitaler Freigabe des teilnehmenden Betriebes die Kontaktdaten aller Gäste erhalten, die zum selben Zeitpunkt anwesend waren und somit potenziell von einer Ansteckung gefährdet sind.

Voraussetzung ist, dass möglichst viele Wilhelmshavener Gastronomen, Einzelhändler, Veranstalter, Betriebe, Vereine, Behörden und Co. die App einsetzen. Der große Vorteil: Die Aufbewahrung unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen entfällt, die verschlüsselten Kundendaten werden automatisch nach Ablauf der per Verordnung vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist gelöscht.

Für die Kunden und Gäste ist das Verfahren einfach: Die App kann im App-Store heruntergeladen werden. Nach der Installation müssen einmal alle Kontaktdaten eingetragen werden. Beim Restaurantbesuch wird dann nur noch digital eingecheckt – eine Sache von wenigen Sekunden. Wer kein Smartphone besitzt, kann natürlich weiterhin handschriftlich einen Zettel ausfüllen.

Olaf Fischer hat bereits in dieser Woche mit den Schulungen der lokalen Betriebe für den Einsatz von Luca begonnen. „Auch hier hat die Kommunikation mit den Partnern aus Gastronomie und Handel sehr schnell funktioniert“, sagt Fischer. Aktuell befinden sich die notwendigen Sicherheitsschlüssel in der Produktion bei der Bundesdruckerei. Voraussichtlich schon in der kommenden Woche ist das Gesundheitsamt Wilhelmshaven dann online angebunden. Die Landkreise Wittmund und Friesland haben ebenfalls Interesse bekundet und werden künftig auch unterstützt.

„Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie unsere Region ganz unmittelbar vom Potenzial der Jade Hochschule profitiert. Wir haben uns unserer Region zugewandt und kooperativ mit den Kollegen der Stadt Wilhelmshaven eine innovative Lösung kompetent realisiert, die sich im Alltag nun vielfältig einsetzen lässt.“

Olaf Fischer

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