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Ressourcenschonend wirtschaften

Jade Hochschule forscht zu nachhaltiger Datenwirtschaft in Transportbranche

Wilhelmshaven. Mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Transportwesen – das ist das Ziel eines neuen Forschungsvorhabens der Jade Hochschule. Im Forschungsprojekt EDNA (Edge Datenwirtschaft in der nachhaltigen automatisierten Fertigungswirtschaft) soll die Datenwirtschaft im Transportwesen im Hinblick auf Effizienz und Nachhaltigkeit optimiert und ausgebaut werden. In Kooperation mit Partnern aus Industrie, Wissenschaft und Forschung untersucht die Jade Hochschule die Möglichkeiten digitaler Technologien für eine nachhaltigere Fertigung in der Transport- und Logistikbranche. Das Projekt ist über drei Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit knapp vier Millionen Euro gefördert.

Transportindustrie steht vor Herausforderungen

In Zeiten von Klimawandel und Energiekrise steht die Industrie, insbesondere auch die Transportindustrie, vor zahlreichen Herausforderungen. Die Produktion und der Transport von Gütern soll mit umweltschonenden Technologien, einem möglichst geringen Energieverbrauch und einer positiven CO-Bilanz einhergehen.

„Wir haben uns daher zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit in der Transportbranche hinsichtlich ökonomischer und ökologischer Aspekte eingehend zu betrachten und diese mit dem Einsatz von digitalen Zwillingen und künstlicher Intelligenz deutlich zu erhöhen“,

erklärt Prof. Dr.-Ing. Stefan Gudenkauf, Professor für Softwareentwicklung und digitale Transformation vom Fachbereich Management, Information, Technologie, der für diesen Teil des Projekts verantwortlich zeichnet.

Unter Konsortialleitung der Krone Gruppe, dem europaweit zweitgrößten Hersteller für LKW-Auflieger, sollen durch EDNA die Vorteile der Digitalisierung effektiver genutzt werden: „Wir erhoffen uns damit unsere Produktion, aber auch unsere Wege zwischen den Produktionsorten zukünftig noch wirtschaftlicher und gleichzeitig nachhaltiger zu gestalten und darüber hinaus unsere CO2-Bilanz transparenter darstellen zu können. Dies ist für uns ein wichtiger Schritt, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben“, erläutert Dr. Goy-Hinrich Korn, Chief Information Officer der Krone Gruppe.

Im Forschungsverlauf werden aktuelle Methoden des Edge- und Cloud-Computing, sowie digitale Zwillinge und maschinelle Lernverfahren zum Nachweis von Nachhaltigkeits- und Effizienzzielen in der Transportbranche angewendet. Edge Computing bezeichnet dabei eine Art der Datenverarbeitung, bei der Daten nicht nur in der Cloud, sondern auch an den "Rändern" des Netzwerks, in der Nähe der Benutzer oder Endgeräte verarbeitet werden.

Dabei sollen alle im Projektverlauf entwickelten Modelle und Softwaresysteme auf Open Source Basis der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden,

„so dass EDNA als Leuchtturmprojekt, mit Strahlkraft in die Region Nord-West wie auch überregional dienen kann“,

erklärt Gudenkauf.

Wie nachhaltig ist die deutsche Fertigungswirtschaft

Doch nicht nur die Produktion, auch das komplette Wertschöpfungsnetzwerk mit den Zulieferern wird in die Optimierung des Geschäftsmodells einbezogen.

„Damit soll demonstriert werden, dass nachhaltigkeitsorientierte Geschäftsmodelle, die eher im klassischen Produktionsgewerbe des Maschinenbaus verankert sind, durch neue digitale Methoden wirtschaftlich tragfähig sind“,

ergänzt Prof. Dr. Stephan Kress, Professor für Industrielle Betriebswirtschaftslehre und ebenfalls Projektbeteiligter. Unter seiner Leitung soll dafür in einem weiteren Teilarbeitspaket ein Controlling der Nachhaltigkeit aufgebaut werden.

Dafür gilt es in einem ersten Schritt eine Befragung zur Corporate Social Responsiblity (CSR), um den Status Quo sowie den Forschungsbedarf in der Fertigungswirtschaft zu erheben. Unternehmen erhalten im Gegenzug zu ihrer Studienteilnahme den aktuellsten Stand zum Thema CSR in Deutschland sowie die Möglichkeit, Teil eines aktiven CSR-Netzwerkes in der Region zu werden.

Eine Anmeldung zur Studienteilnahme ist ab sofort auf der Webseite edna-projekt.de möglich.

Bild: Gemeinsam wollen sie Prozesse digitalisieren und nachhaltige Lösungen für Produktion und Logistik aufzeigen: Das Team des Projekts EDNA besteht aus Forschenden der Hochschule Osnabrück, der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, des Forschungsinstituts OFFIS e.V., Virtual Vehicle sowie aus Vertretern der Krone Business Center GmbH & Co. KG, der BRÜGGEN Oberflächen- und Systemlieferant GmbH sowie der Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH & Co. KG (Foto: KRONE)

Hintergrund zum Teilvorhaben der Jade Hochschule

Neben der Jade Hochschule zählen Krone Business Center GmbH & Co. KG als Konsortialleitung, die Hochschule Osnabrück, OFFIS e.V., sowie Virtual Vehicle Research GmbH zu dem Verbund, die jeweils mit unterschiedlichen Fachschwerpunkten zum Forschungsprojekt beitragen. Die Jade Hochschule erhält rund 600.000 Euro Fördermittel und verantwortet dabei das Teilvorhaben „Event-basierte Integrationsplattform und Controlling für nachhaltige Geschäftsmodelle in Fertigungsnetzwerken“.

Dabei soll die daten- und ereignisbasierte technisch-konzeptionelle Grundlage für planerische Entscheidungen auf allen Ebenen der Fertigungspyramide verbessert sowie die Nachhaltigkeit und Qualität der, in denen der Nutzen und die Vorteile von Edge-Computing-Lösungen insbesondere in ökonomischer und auch ökologischer Hinsicht aufgezeigt werden. Das Förderprogramm „Edge Datenwirtschaft“ finanziert im Zeitraum von drei Jahren insgesamt zehn Projekte mit 30 Millionen Euro. Das EDNA-Projekt konnte sich dabei gegen 41 Forschungsanträge im Wettbewerb durchsetzen. Managemententscheidungen positiv beeinflusst werden.

Über das Förderprogramm „Edge Datenwirtschaft“

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag „Mehr Fortschritt wagen“ zum Ziel gesetzt, einen digitalen Aufbruch zu starten und digitale Schlüsseltechnologien sowie die digitale Souveränität der Wirtschaft zu fördern. Das Technologieprogramm „Edge Datenwirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) knüpft daran an und soll dazu beitragen, die deutsche und europäische digitale Souveränität zu sichern und den Technologie- und Innovationsstandort Deutschland zu stärken. Das BMWK unterstützt dabei vor allem Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben im Zusammenspiel von Edge- und Cloud-Lösungen.

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Besser studieren

Die Jade Hochschule mit ihren drei Studienorten im Nordwesten Deutschlands sieht sich in der Verantwortung für die Entwicklung der Region, in der sie stark verwurzelt ist. Hier trifft ein breites und modernes Fächerangebot auf innovative Formen der Lehre. Die Forschungstätigkeiten der Jade Hochschule zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug aus, die in Kooperation mit Unternehmen, Verbänden und anderen Institutionen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchgeführt werden.